Vor zwei Wochen hatte die Amsterdamer Unlimited Sports Group (USG) in den Niederlanden Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen betreibt unter anderem unter den Namen Perry Sport und Aktiesport zahlreiche eigene Geschäfte und besitzt zahlreiche Vertriebslizenzen von international bekannten Marken aus dem Sport- und Outdoor-Bereich, beispielsweise Helly Hansen und Le Coq Sportif.
„Von der Insolvenz in den Niederlanden sind auch die vier deutschen Gesellschaften FL Sport Germany GmbH, SL Services Germany GmbH, Sports und Teamwear GmbH und Teamsport Deutschland Vertriebs GmbH betroffen. Das Amtsgericht Düsseldorf hat mit Beschluss vom 8. März jeweils vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet“, sagt Georg F. Kreplin aus der Düsseldorfer Kanzlei Kreplin & Partner. Er ist vom Gericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden und verschafft sich jetzt einen Überblick über die Lage.
„Die betroffenen Gesellschaften können seit der Insolvenz der Muttergesellschaft in den Niederlanden keine Ware mehr ausliefern. Und die Lizenzrechte zum Vertrieb lagen bei der Muttergesellschaft, sodass jetzt erst einmal unklar ist, wie es in Deutschland weitergeht“, sagt der Rechtsanwalt. Die vier Verfahren seien vom Verlauf des niederländischen Insolvenzverfahrens abhängig und vom Willen der Lieferanten, die Gesellschaften zu stützen. Vor diesem Hintergrund steht Kreplin in direktem Kontakt mit seinem niederländischen Insolvenzverwalter-Kollegen, um gemeinsam mit ihm eine möglichst einheitliche Lösung für sowohl das internationale als auch das deutsche Geschäft zu finden.
Die vier deutschen USG-Gesellschaften sind ausschließlich im Großhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig und erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 15 Mio. Euro; der Gesamtumsatz der Unlimited Sports Group, die rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigt, belief sich zuletzt auf rund 246 Millionen Euro.
„Im ersten Schritt geht es für uns jetzt darum, die Gehälter der in Deutschland betroffenen Arbeitnehmer über das Insolvenzgeld vorzufinanzieren, um die Mitarbeiter finanziell für die kommende Zeit erst einmal abzusichern“, sagt Georg F. Kreplin. Der Rechtsanwalt hatte im vergangenen Jahr die Sanierung des Modeunternehmens Mexx begleitet. Auch im Falle von Mexx war die Insolvenz der deutschen Gesellschaft die der Mutter in den Niederlanden gefolgt, was dann unter anderem zu vorübergehenden Lieferengpässen geführt hatte.