Gedämpfte Erwartungen
Trotz einer gewissen Besorgnis über die Verlangsamung der nationalen Wirtschaft gebe es bisher sehr ermutigende Anzeichen aus China (+20,4% im Volumen und +43,4% im Wert), wo der Durchschnittspreis – der bei weitem höchste unter den wichtigsten Absatzmärkten für italienische Schuhe – zeige, dass diese Zahlen vor allem mit der Leistung der großen Luxusmarken verbunden sind.
Auch in Russland und in der Ukraine verzeichnen italienische Schuhhersteller Wachstum: „Der Aufschwung in Russland und der Ukraine ist bemerkenswert (+37% bzw. +56%), auch wenn man bedenken muss, dass der Vergleichszeitraum Monate umfasst, in denen der Ausbruch des Krieges die Verkäufe auf den beiden betroffenen Märkten einbrechen ließ“, sagt Ceolini. Trotz der Erholung im Jahr 2022 lägen die aktuellen Werte sehr nahe (+1,2%) an denen der ersten fünf Monate des Jahres 2021, die bereits stark von der Pandemie vor dem Krieg betroffen waren.
In den ersten fünf Monaten des Jahres umfassten die italienischen Schuhexporte 87,9 Mio. Paar. Das sind 6,4 Mio. Paar weniger als im Zeitraum Januar bis Mai 2022 (-6,8%). Der Durchschnittspreis pro Paar stieg um 18,2% auf 62,47 Euro.
Sowohl bei EU-Ländern als auch bei Nicht-EU-Ländern sind ein wertmäßiger Anstieg und ein mengenmäßiger Rückgang zu verzeichnen. Dabei sieht die Entwicklung innerhalb der Europäischen Union (-4,5% mengenmäßig und +14% wertmäßig) besser ist als in den weiter entfernten Absatzmärkten (-10,9% bzw. +7% insgesamt). Innerhalb der EU-Märkte sind neben Frankreich, das sowohl mengen- als auch wertmäßig mit +19,6% im Wert und -2,9% im Volumen den ersten Platz in der Exportrangliste einnimmt, die wichtigsten Abnehmerländer Deutschland (an vierter Stelle, aber an zweiter Stelle im Volumen, +8,4% im Wert, aber -15,5% in der Menge), Spanien und die Niederlande, Belgien und Polen.
In Nordamerika ist eine Verlangsamung zu beobachten: Die Vereinigten Staaten und Kanada konnten sich zwar wertmäßig im Wesentlichen halten, verzeichneten jedoch einen Rückgang um mehr als -20% bei der Paarzahl.
Auch in Großbritannien war die Entwicklung negativ (-2,6% beim Wert, -13,8% bei der Menge). Erfreulich war dagegen die Tendenz im Fernen Osten, wo der Wert um +29,4% und die Menge um +7,1% zunahmen. Positive Entwicklungen wurden in den Arabischen Emiraten (+37,7% im Wert) und in der Türkei (mit Zuwächsen von über 80% sowohl im Volumen als auch im Wert, trotz der Abwertung der Lira) verzeichnet.
Die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte sind laut dem Herstellerverband gedämpft. Zum ersten Mal seit dem Aufschwung nach der Pandemie gehen die von Assocalzaturifici befragten Unternehmen für das dritte Quartal im Durchschnitt von einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum (-2,8 %) aus.