Grundlage ist eine Befragung von rund 10.000 Konsumentinnen und Konsumenten, darunter auch in den zehn größten Einzelhandelsmärkten Deutschlands.
Bundesweit wird Bekleidung sowie Schuh- und Lederwaren am häufigsten online gekauft (38 %). In den Metropolen verschiebt sich das Bild jedoch: Dort liegen Shopping Center mit ebenfalls 38 % knapp vor dem Online-Handel (35 %). Einzelne Städte zeigen besonders ausgeprägte Präferenzen. In Stuttgart ist der Online-Anteil im Modebereich mit 44 % besonders hoch, während Leipzig mit 47 % die stärkste Nutzung von Shopping Centern verzeichnet. Während Elektronikprodukte überwiegend online gekauft werden, bleibt bei Modeartikeln das stationäre Angebot insbesondere in Shopping Centern relevant. Offensichtlich spielt hier neben Preis und Bequemlichkeit auch das physische Einkaufserlebnis eine zentrale Rolle.
Die Studie zeigt außerdem eutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Die Generation Z (18 bis 29 Jahre) gilt als besonders preissensitiv (77 %) und nutzt verstärkt digitale Instrumente: 44 % verwenden App-basierte Rabatte, 40 % kombinieren Online-Bestellung mit Abholung im Geschäft. Demgegenüber bevorzugen ältere Konsumentinnen und Konsumenten stärker klassische Formate. 59 % der Seniorinnen und Senioren schätzen persönliche Beratung, bei den Babyboomern sind es 61 %. Diese Gruppen legen zudem Wert auf gute Erreichbarkeit und nutzen häufiger das Auto für den Einkauf.
Nachhaltigkeit und Herkunft gewinnen über alle Altersgruppen hinweg an Bedeutung und beeinflussen zunehmend auch Kaufentscheidungen im Mode-, Schuh- und Lederwarensegment. Während jüngere Konsumentinnen und Konsumenten verstärkt auf Bio-Qualität achten, legen ältere stärker Wert auf regionale Produkte. Für Handels- und Immobilienakteure ergibt sich daraus ein differenziertes Anforderungsprofil: „Der Erfolg liegt in der intelligenten Orchestrierung. Es braucht eine flexible Portfoliostrategie, die den stabilen Cashflow von Fachmarktzentren mit dem Wertsteigerungspotenzial von erlebnisorientierten Innenstadtlagen und Shopping Centern kombiniert“, so Christian Giesemann, Senior Director Research JLL Germany und Leiter der Analyse.