Die Kadewe Group, Betreiber der Standorte Kadewe (Berlin), Alsterhaus (Hamburg) und Oberpollinger (München), hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Als vorläufiger Sachwalter wurde Christian Graf Brockdorff von der BBL Brockdorff Rechtsanwaltsgesellschaft mbH bestellt. Die Geschäftsführung der Kadewe Group bleibt in der Verantwortung und wird durch die Rechtsanwaltskanzlei Finkenhof unterstützt unter der Leitung von Stephan Strumpf als Generalbevollmächtigtem.
Die Anmeldung der Insolvenz sei nötig, obwohl im Geschäftsjahr 2022/2023 mit 728 Mio. Euro der höchste Umsatz der Unternehmensgeschichte erzielt wurde. Dieser liegt um 24% höher als der des Vor-Corona-Geschäftsjahres 2018/2019. Jedoch würden die „exorbitant hohen“ und immer weiter steigenden Mieten an den drei Standorten ein ertragreiches Wirtschaften trotz des hohen Umsatzes unmöglich machen, heißt es in der Mitteilung der Kadewe Group. So seien die Mieten im Vergleich zu 2018/2019 um 37% angestiegen. Weitere Steigerungen seien bereits angekündigt worden. Weder Gespräche noch die Insolvenz der Signa Holding, die mit 49,9% an der Kadewe Group beteiligt ist, hätten für ein Umdenken bei den Vermietern gesorgt, erklärt CEO Michael Peterseim: „Ziel ist es, die Kadewe Group zu schützen. Wir lassen Altlasten hinter uns und streifen vor allem die hohen Mietlasten für unsere Häuser ab. Operativ machen wir einen herausragenden Job. Alle Häuser verzeichnen auch in volkswirtschaftlich schwierigen Zeiten steigende Umsätze, was eine starke Leistung darstellt. Die Indexmieten jedoch sind unverhältnismäßig hoch, sie sind nicht marktüblich – und sollen weiter ansteigen. Zahlreiche Gespräche mit dem Vermieter haben daran nichts geändert, auch die Insolvenzen bei der Signa leider nicht.“ Neben Signa ist auch die thailändische Central Group mit 50,1% an der Gruppe beteiligt. Der Geschäftsbetrieb soll unverändert weiterlaufen. Für alle tariflichen Mitarbeiter ist die Auszahlung der Gehälter inklusive der möglichen Zulagen in ihrer bisherigen Höhe durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gewährleistet. Auch der vorläufige Sachwalter Christian Graf Brockdorff bestätigt, dass das Geschäft gut laufe: „Die Kadewe Group ist operativ sehr gut aufgestellt. Alle drei Häuser nehmen eine herausragende Stellung ein und sind Ikonen der Innenstädte. Ich bin sehr zuversichtlich, dass es gemeinsam mit der Geschäftsführung gelingen wird, die Gruppe erfolgreich fortzuführen.“