„Trotz stabilerer Lieferketten bleibt das Geschäftsumfeld für viele Einzelhändler angespannt“, sagt Ifo-Experte Patrick Höppner. „Gleichzeitig dämpft die gegenwärtige wirtschaftliche Schwächephase in Verbindung mit der weiterhin hohen Inflation die Nachfrage.“ So ging die Zahl der Lieferengpässe von 40,4% im Juni auf 36,6% im Juli 2023 zurück.
Der Bekleidungshandel kam dabei noch relativ knapp davon. Nach einer schwierigen Coronazeit waren hier gemeinsam mit Spielwaren- und Möbelhändlern mittlerweile rund 20,0% der Befragten von Lieferengpässen betroffen. Deutlich härter hat es dagegen den Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmittel getroffen: Hier melden fast 70% Lieferschwierigkeiten. Im Juni lag die Zahl sogar noch bei fast 80%. Auch bei Autohändlern lag der Wert mit 53,4% noch relativ hoch, ging aber verhältnismäßig zum Juni mit 60,9% zurück.
Laut Ifo ist durch das zuletzt deutlich höhere Zinsniveau der Einfluss höherer Finanzierungskosten auf die wirtschaftliche Situation einiger Einzelhändler spürbarer geworden. So sagt Höppner weiter: „Darüber hinaus ist es in einigen Sparten auch schwieriger geworden, überhaupt an neue Kredite zu kommen. Solche Probleme haben sich beispielsweise im Einzelhandel mit Heimtextilien, mit Fahrrädern oder im Versand- und Interneteinzelhandel verstärkt.“