Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Nikolaus Ackermann von der Kanzlei HAF aus Aschaffenburg bestellt. Für eine telefonische Stellungnahme war er bisher nicht zu erreichen.
Die Marc Picard Gruppe verfügte im Jahr 2014 insgesamt über 49 Filialen, davon 12 Filialen im Ausland (einer in Italien, zwei in Tschechien, einer in der Slowakei, drei in Holland, drei in der Schweiz und zwei in Österreich) sowie 37 Filialen in Deutschland.
Laut Bundesanzeiger belief sich der Gesamtumsatz im Jahr 2014 auf 13,2 Mio. Euro. Der Umsatz aus Warenverkäufen konnte unter anderem durch neun neu eröffnete Verkaufsläden im Jahr 2013 von 12,2 Mio. Euro auf 12,5 Mio. Euro erhöht werden (+2,5 %).
Weiter heißt es im Bundesanzeiger: „Erfahrungsgemäß rentieren sich neue Läden, insbesondere in Fußgängerzonen, erst nach zwei bis drei Jahren. Daher haben diese Läden das Ergebnis erwartungsgemäß erheblich negativ beeinflusst. Der Jahresfehlbetrag nach Steuern beläuft sich im Geschäftsjahr 2014 auf 228 TEuro. Im Vorjahr 2013 wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 43 TEuro erwirtschaftet. Damit hat die Gesellschaft erstmals in der Firmengeschichte mit einem negativen Jahresergebnis abgeschlossen. Dieses Ergebnis ist vor allem aufgrund der hohen Miet- und Personalkosten für die neuen Verkaufsshops, insbesondere in den Fußgängerzonen, entstanden.“
Vor diesem Hintergrund hätten die im Lagebericht des Vorjahres für das Geschäftsjahr 2014 gesetzten Ziele nicht umgesetzt werden können. „So wurden die Umsatzerlöse im Vergleich zu 2013 zwar, wie erwähnt, gesteigert, das Jahresergebnis liegt jedoch unter der Prognose für 2014.“