Schließungsquoten im Branchenvergleich
Ein Blick auf die aktuellen Schließungsquoten zeigt, wie unterschiedlich die einzelnen Wirtschaftsbereiche von der aktuellen Lage betroffen sind. In konjunkturell starken Jahren lag die Quote stabil zwischen 5% und 6%. Im Krisenjahr 2024 stieg sie laut Destatis auf 6,3% – leicht unter dem Niveau der Finanzkrise 2009 (6,8%). Besonders stark betroffen ist das verarbeitende Gewerbe, das mit einer Quote von 6,4% über dem Wert von 2009 (5,5%) liegt. Ausschlaggebend ist hier vor allem die Situation in den energieintensiven Industriezweigen.
Im Gegensatz dazu fällt die Schließungsquote im Handel und bei konsumnahen Dienstleistungen aktuell geringer aus als 2009. Auffällig ist die Entwicklung im Gastgewerbe, das trotz strukturell hoher Fluktuation 2024 nur einen moderaten Anstieg der Schließungen verzeichnet. Die um 13% höhere Zahl gegenüber 2023 könnte eine Spätfolge der Corona-Pandemie sein, deren wirtschaftliche Auswirkungen in der Branche zeitverzögert wirken. Zwischen 2020 und 2022 hatten viele Betriebe von Hilfsprogrammen und reduzierter Mehrwertsteuer profitiert. Im Gesundheitssektor zeigt sich seit 2021 eine anhaltend angespannte Lage. Die Schließungsquote ist dort im Vergleich zu 2018 deutlich gestiegen – von 4,1% auf 5,7%. Besonders betroffen sind Apotheken sowie Praxen für Physiotherapie und Massage. In der pharmazeutischen Industrie stieg die Zahl der Unternehmensaufgaben 2024 sogar um 35%.