Frank Horst, EHI-Experte für Sicherheit und Inventurdifferenzen erklärt: „Trotz Warensicherung und Mitarbeiterschulungen wird im Handel gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist.“ Laut der Studie beliefen sich die Inventurverluste im Jahr 2024 bei einem Umsatz von rund 495 Mrd. Euro (brutto) auf 4,95 Mrd. Euro. Das bedeutet eine Steigerung um rund 3% im Vergleich zum Vorjahr.
Der weitaus größte Anteil der Verluste entstehe durch Diebstahl von Kundschaft, Mitarbeitenden, Lieferanten sowie Servicepersonal und lag bei 4,2 Mrd. Euro (2023: 4,1 Mrd. Euro). Nach Einschätzung der befragten Unternehmen seien rund 2,95 Mrd. Euro auf Ladendiebstähle durch die Kundschaft zurückzuführen. Den eigenen Angestellten werden Verluste in Höhe von 890 Mio. Euro angelastet, dem Personal von Lieferanten und Servicefirmen 370 Mio. Euro. Der aus Diebstahl resultierende volkswirtschaftliche Schaden durch entgangene Umsatzsteuer beläuft sich auf rund 570 Mio. Euro pro Jahr, berichtet die EHI-Studie weiter. Rund ein Drittel der Ladendiebstähle mit fast 1 Mrd. Euro Gesamtschaden gingen auf das Konto von organisierten Tätergruppen. Das bedeutet eine Erhöhung um 5%.
98% aller Diebstähle werden nicht erkannt und angezeigt. Somit bleiben laut des Einzelhandelsverbandes jährlich etwa 24,5 Mio. Ladendiebstähle im Wert von jeweils 120 Euro unentdeckt. Insgesamt gebe der Einzelhandel 1,6 Mrd. Euro aus, um Inventurdifferenzen durch Ladendiebstähle zu reduzieren. Jeder vierte Händler habe angesichts der hohen Diebstahlzahlen sein Budget für Sicherungsmaßnamen erhöht.
An der aktuellen Untersuchung beteiligten sich 98 Unternehmen mit insgesamt 17.433 Verkaufsstellen, die einen Gesamtumsatz von rund 94,3 Mrd. Euro erwirtschafteten.