„Am Ende entscheiden die Menschen“, erklärte Tanja Kolb von Modehaus Müller-Ditschler und beweist damit das richtige Mindset, auf dem sich eine erfolgsversprechende Strategie aufbauen lässt. Die Geschäftsführerin des Modehauses mit zwei Standorten in Hessen hat auf dem BTE-Kongress Fashion-Emotion 4.0 in ihrem Vortrag betont, dass Menschen im Mittelpunkt des Einzelhandels stehen. Sowohl die Mitarbeitenden, die so ausgesucht werden müssen, dass sie zum Team passen und gemeinsam Bestleistungen abgerufen werden können. Aber vor allem die potenziellen Kundinnen und Kunden.
Diese würden „in dieser Zeit noch viel mehr als sonst“ selbst darüber entscheiden, womit sie ihre Freizeit verbringen oder wie sie ihre Einkäufe machen. Kolb beweist, dass sie das Thema mit dem richtigen Ansatz angeht. Die Auswahl – online und stationär – ist groß, niemand muss in einen bestimmten Laden gehen. Daher überlegt sich die Händlerin für ihre Geschäfte, wie sie sich vom Rest abheben können und eine eigene Atmosphäre erzeugen. Dann nämlich kommt die Kundschaft, die ganz bewusst genau in diesen einen Laden gehen will und nirgendwohin sonst. Das geht am besten, wenn man sich diese Aufgabe nicht allein aufhalsen muss. Auch davon berichtete Kolb, die neben ihrem Stammhaus in Büdingen in Osthessen eine Filiale in Hanau betreibt. Die Stadt hat den Ruf, sich besonders gut um ihr Zentrum zu kümmern. Im Tandem überlegen sich Verwaltung und Handel Konzepte, wie sie Menschen dazu bringen ihre Freizeit – auch wieder bewusst – in der Stadt zu genießen. Die Müller-Ditschler-Geschäftsführerin bestätigt aus eigener Erfahrung, wie intensiv das Engagement seitens der Stadt ist. Und: Sie bestätigt, dass es jeden einzelnen Laden spürbar weiterbringt.
Es sollte also auf zwei Ebenen gleichzeitig daran gearbeitet werden, die Menschen zu begeistern. Auf der einen Seite muss jeder Laden individuell etwas bieten, was sie dazu bringt, sich genau für diesen zu entscheiden. Da stehen die Geschäfte durchaus in Konkurrenz zueinander. Auf der anderen Seite müssen die Händler eines Ortes gemeinsam – mit der Stadt, der Gastronomie und weiteren Akteuren – dafür sorgen, dass die Innenstadt als solche eine Atmosphäre schafft, für die es sich lohnt, vorbeizuschauen und dadurch eventuell auch Geschäfte im Ort zu entdecken, die man vorher noch nicht kannte.