Im Durchschnitt verfügen die Deutschen 2025 über 6.226 Euro pro Kopf für Ausgaben im stationären und onlinebasierten Einzelhandel, wobei die Spannweite regional groß ist: Sie reicht von 7.952 Euro im Landkreis Starnberg bis 5.254 Euro im Stadtkreis Gelsenkirchen. Nicht die gesamte Kaufkraft wird jedoch am Wohnort oder im stationären Handel ausgegeben – ein Teil fließt in andere Regionen und Vertriebskanäle.
Insgesamt verzeichnen 2025 laut NIQ 184 der 400 deutschen Stadt- und Landkreise einen Kaufkraftzufluss, während in 216 Kreisen Kaufkraft in andere Regionen abwandert. Besonders profitieren dabei Stadtkreise und Mittelzentren mit konzentriertem Handelsangebot und guter Erreichbarkeit.
An der Spitze des Zentralitätsrankings steht erneut Zweibrücken mit seiner Outlet City: Mit einem Wert von 226,0 zieht die Stadt mehr als doppelt so viel Kaufkraft an, wie sie selbst generiert, gefolgt von Passau (200,0) und dem Stadtkreis Straubing. Neu in den Top 10 ist Pirmasens (168,2), das unter anderem von grenzüberschreitenden Einkaufsströmen und den vor Ort ansässigen Schuh-Outlets profitiert.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Mittelstädte weiterhin eine zentrale Rolle im deutschen Einzelhandel spielen“, sagt Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von NIQ.
„Während Großstädte zwar über ein breites Angebot verfügen, sind es vor allem die mittelgroßen Städte, die durch spezialisierte Formate wie Outlets, attraktive Innenstädte und eine gute Erreichbarkeit Kaufkraft aus dem Umland anziehen.“
Die Kehrseite der Zentralität zeigt sich etwa im Landkreis Straubing-Bogen, der mit einem Wert von 61,0 das Schlusslicht des Rankings bildet, während der benachbarte Stadtkreis Straubing Rang drei erreicht. Fast 40 % der Einzelhandelskaufkraft von Straubing-Bogen fließen damit in umliegende Regionen, insbesondere nach Straubing.
Großstädte spielen im Zentralitätsranking eine eher nachgeordnete Rolle: Mannheim ist mit einem Wert von 129,4 auf Rang 39 die bestplatzierte Stadt mit mehr als 300.000 Einwohnern, Köln (112,3) liegt auf Rang 86, Berlin mit 100,4 auf Rang 179.
Beim absoluten Umsatzvolumen im stationären Einzelhandel liegen die Metropolen dagegen klar vorn: Insgesamt fließen 2025 rund 432,1 Mrd. Euro in den stationären Einzelhandel, davon entfallen mehr als 19,3 Mrd. Euro (4,47 %) auf Berlin; Hamburg und München folgen auf den Plätzen zwei und drei.