Demnach können Lebensmittel- und Onlinehandel wie schon in den vergangenen Monaten Zuwächse verzeichnen. Viele Bekleidungshändler aber durchleben nach wie vor schwere Zeiten. „Die Lage verbessert sich, bleibt aber für viele Händler kritisch“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die HDE-Trendumfrage zeigt, dass rund zwei Drittel der befragten Unternehmen Nicht-Lebensmittelhändler in der laufenden Woche mindestens 75% des Umsatzes der Vergleichswoche des Vorjahres erreichen. Hauptgrund dafür sind die langsam ansteigenden Kundenfrequenzen. Bei 27% der Händlern allerdings ist die Lage nach wie vor sehr ernst: Sie sehen ihre unternehmerische Existenz aufgrund der Coronakrise bedroht.
Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sind die Umsätze im Einzelhandel allgemein im Juni um 1,6% gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte jedoch ein deutliches Plus in Höhe von 5,9% verzeichnet werden. Dabei wurden große Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Branchen festgestellt. So erzielte der Versand- und Internethandel mit +30,7% den größten Zuwachs. Dagegen hat der Handel mit Schuhe und Textilien das Vorjahresniveau noch nicht erreicht. Hier gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,0% zurück.
„Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Nach wie vor sind viele Händler in großer Insolvenz-Gefahr. Jetzt kommt es auch darauf an, dass die staatlichen Überbrückungshilfen schnell und unbürokratisch dort ankommen, wo sie gebraucht werden“, so Genth weiter. Den meisten Handelsunternehmen werde es nicht gelingen, in den letzten Monaten aufgelaufene Umsatzverluste aufzuholen. Dementsprechend kalkulieren zwei Drittel der NichtLebensmittelhändler auch im zweiten Halbjahr mit einem Umsatzminus. Die befriste Senkung der Mehrwertsteuer stößt nur bei wenigen Händlern auf große Gegenliebe: Lediglich 13% der Nonfood-Unternehmen bewerten die Maßnahme im Hinblick auf eine Belebung des Konsums positiv. 18% dagegen sehen negative Folgen, beispielsweise durch Umstellungskosten. Tendenziell positiver wird die Maßnahme bei den langlebigen Gebrauchsgütern wie Möbel, Technik und Uhren/Schmuck gesehen.