Die Gesellschaft für Konsumforschung hat ihren neuesten Nachhaltigkeitsindex veröffentlicht: Entgegen der trüben letzten Monate hellt sich die Stimmung in Sachen Nachhaltigkeit nun leicht wieder auf. So sei vor allem bei größeren Anschaffungen ein wachsender Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte zu beobachten.
Laut der Gfk geht die Konsumzurückhaltung mit der Nachhaltigkeit oftmals Hand in Hand. 58% der Deutschen kaufen beispielsweise weniger, dafür aber qualitätsbewusster. Drei von vier Befragten achten auch auf Langlebigkeit. Insgesamt ergibt sich daraus für den Gfk eine wachsende Anzahl an Menschen, die bereit sind, für größere nachhaltige Anschaffungen auch mehr Geld auszugeben. Dabei stieg auch der Umsatzanteil von Haushaltsgroßgeräten mit Energieeffizienzklasse A auf 24% (von 16%).
„Angesichts der Diskussion rund um faire Lebensmittelpreise ist diese Mehrpreisbereitschaft grundsätzlich erfreulich“, sagt Petra Süptitz, Konsum- und Nachhaltigkeitsexpertin bei Niq/Gfk. „Sie zeigt, dass die Menschen bereit sind, mehr Geld auszugeben, wenn sie einen Mehrwert bei den Produkten sehen. Nachhaltigkeit kann ein solcher Mehrwert sein. Gleichzeitig sind die Konsumenten gerade in Inflationszeiten besonders preisbewusst und weichen für den Einkauf von Bio-Lebensmitteln weiterhin stark auf Discounter und Handelsmarken aus.“
Anforderungen an Unternehmen
Außerdem gab mit 92% der Befragten die deutliche Mehrheit an, es zu befürworten, wenn Unternehmen recycelte Verpackungsmaterialien nutzen und weniger Umweltverschmutzungen verursachen. Sollten alle Produkte recycelt oder wiederverwendbar sein, ist für 89% sogar ein Leben ganz ohne Abfall denkbar, so Gfk. „All diese Routinen zur Müllvermeidung haben sich vor allem bei älteren Menschen etabliert“, erklärt Süptitz. „Aber auch die junge Generation reduziert aktiv Müll – nur anders. Ein Viertel der 18- bis 29-Jährigen kauft Second-Hand, 30% setzen auf Refurbished-Geräte und 36% teilen sich Produkte mit anderen, statt sie selbst zu kaufen.“