“Durch die weitere Finanzierung sind wir in der Lage, den Geschäftsbetrieb weiter fortzuführen“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Rainer Eckert. „Das verschafft uns die nötige Planungssicherheit und den nötigen Spielraum, die Sanierung voranzutreiben.“ Eckert hatte in den letzten Tagen intensiv mit Kunden, Banken und Lieferanten verhandelt und in enger Abstimmung mit allen Beteiligten ein erstes Fortführungskonzept erarbeitet.
Auch in den Gesprächen mit den Kunden konnten wichtige Erfolge erzielt werden. „Die Kunden wollen nicht nur geschlossen weiter mit uns zusammenarbeiten, sondern helfen uns auch dabei, unsere Liquidität zu verbessern, etwa durch kürzere Zahlungsfristen“, betonte Eckert. „Das ist ein wichtiger Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.“ Zugleich lobte Eckert ausdrücklich das Engagement der Mitarbeiter. „Die Beschäftigten haben in dieser Situation kühlen Kopf bewahrt und sind weiter mit vollem Einsatz bei der Sache“, so der vorläufige Insolvenzverwalter. „Mitarbeiter, Management und vorläufige Insolvenzverwaltung ziehen an einem Strang.“ Nachdem damit die ersten Weichen in Richtung Sanierung gestellt sind, will Eckert mit seinem Team nun eingehend die wirtschaftliche Situation und mögliche Sanierungsoptionen analysieren. Welcher Weg erfolgversprechend ist – ein Insolvenzplan oder eine Investorenlösung – wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. „Entscheidend ist, dass wir jetzt schnell das Tagesgeschäft stabilisieren und Kunden, Banken und Investoren weiterhin von unserer Leistungsfähigkeit überzeugen. Dazu sind wir auf einem guten Weg.“
Die Netrada Europe GmbH gehört zu den führenden E-Commerce- und Logistik-Dienstleistern für die Modebranche. Als Full-Service-Dienstleister betreibt Netrada über 80 Online-Shops renommierter Modemarken und organisiert weltweit den Versand und Auslieferung der Ware. Das Unternehmen hatte am 11. Oktober infolge eines Finanzierungsengpasses Insolvenz angemeldet.