Die österreichische Schuhbranche steht unter Druck. Die im Herbst 2025 veröffentlichten Umfrageergebnisse zur Lage des heimischen Handels zeichnen ein klares Bild: Die wirtschaftliche Situation vieler Einzelhändler ist angespannt. Neben stagnierenden bis rückläufigen Umsätzen belasten mäßige Abverkaufsquoten und hohe Warenbestände die Ertragskraft und Liquidität im Markt. Insbesondere die unvorhersehbaren klimatischen Bedingungen – etwa milde Winter – wirken sich dabei direkt auf den Geschäftsverlauf aus. Die Ringschuh hat in diesem Kontext eine Einschätzung der Marktlage veröffentlicht.
So wird mit Blick auf die Herbst-/Wintersaison 2026/27 aus Sicht der Verbundgruppe deutlich: Kosmetische Korrekturen reichen nicht mehr aus. Vielmehr brauche es ein gemeinsames Eingeständnis aller Marktteilnehmer, dass nachhaltige Veränderungen notwendig sind. Der Fokus müsse laut Branchenstimmen auf der Entwicklung zeitgemäßer Retailkonzepte liegen – gepaart mit einer zielgerichteten Sortiments- und Preispolitik, die ein breites Kundenspektrum anspricht. Gleichzeitig soll der Schuhfacheinzelhandel seine besonderen Stärken – etwa persönliche Beratung, Fachkompetenz und Service – stärker in den Vordergrund rücken.
Ein weiterer Schlüssel liegt laut der Ringschuh in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Industrie und Marken. Im Zentrum steht dabei die gezielte Ansprache der Endverbraucher durch marktorientierte Kollektionskonzepte. Denn: Der reine Bedarfsartikelkauf reiche laut Experten nicht mehr aus, um ein Schuhgeschäft langfristig profitabel zu führen.
Konkret setzt sich die Ringschuh – stellvertretend für ihre Mitglieds- und Partnerunternehmen – für eine Reihe strategischer Maßnahmen ein. Im Bereich Timing & Verfügbarkeit stehen unter anderem flexiblere Order- und Lieferzeitrhythmen, verlässliche Liefermengen sowie relevante NOS-Programme mit hoher Verfügbarkeit im Fokus. Auch die Möglichkeit zur Nachbestellung einzelner Größen und der Verzicht auf starre Fixsortimente werden gefordert.
Im Bereich der Wirtschaftlichkeit geht es um die Steigerung der Grundkalkulationen unter Berücksichtigung marktgerechter Verkaufspreise, einheitliche Rabatt- und Konditionssysteme für mehr Planungssicherheit sowie optimierte Nachbestellsysteme zur Reduktion von Versandkosten. Die Bereitstellung vollständiger Artikelstammdaten sowie die Einhaltung von EDI-Standards und Clearing Center-Kompatibilität runden das Maßnahmenpaket ab.
Für die österreichische Verbundgruppe steht fest: Der Veränderungsdruck sei hoch – aber ebenso groß sei das Potenzial, wenn Handel und Industrie gemeinsam an einem Strang ziehen.