Die Schuhverbundgruppe Ringschuh mit ihren Geschäftsbereichen Zentralregulierung, Jobring, Expertenring und dem Kinderschuhgeschäft „Schuhhaus zur Oper“ in Wien zieht für 2025 eine insgesamt positive Bilanz. Im Kerngeschäft der Zentralregulierung zwischen Handel und Industrie konnte das Volumen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 10 % gesteigert werden. Neue Partnerbetriebe sowie zusätzliche Marken in der Regulierung hätten ebenso zur positiven Entwicklung beigetragen wie der enge persönliche Austausch mit den österreichischen Mitgliedsunternehmen.
Gleichzeitig ist die Lage im Markt angespannt. Ende Februar 2026 sei die Stimmung im DACH-Raum „frostig“ gewesen – nicht nur wetterbedingt. Kaufzurückhaltung, Inflation, geopolitische Konflikte, zunehmende Regulierung und ein stockender Konsum setzen dem Handel zu. So erläutert es die Verbundgruppe in einer Mitteilung. Doch externe Faktoren allein greifen aus Sicht der Ringschuh zu kurz. „Handel ist Wandel“ – und der Non-Food-Einzelhandel, insbesondere Schuh, Sport und Textil, befinde sich im tiefgreifendsten Veränderungsprozess seit Jahrzehnten.
Entscheidend seien künftig die Attraktivität des Retailkonzepts, die Relevanz des Standorts und der konkrete Mehrwert für Kundinnen und Kunden. Hier werde sich entscheiden, wer langfristig im Markt bestehen könne. Eine unbequeme Prognose: In den kommenden Jahren könnten zwischen 30 und 50 % der aktuell aktiven österreichischen Schuhhändler vom Markt verschwinden. Laut Branchenumfrage aus dem Herbst 2025 sowie einer WKO-Erhebung vom Januar 2026 streben rund 30 % der Händler keine Nachfolgeregelung an. Weitere 20 bis 25 % bemühen sich zumindest um eine Lösung – angesichts rückläufiger Umsätze, negativer Ertragslagen und Investitionsstaus jedoch ein schwieriges Unterfangen.
Plakative Forderungen nach niedrigeren Lohnnebenkosten, höheren Margen oder Deregulierung würden das Grundproblem nicht lösen. Der entscheidende Hebel bleibe der Umsatz. Es gehe um die Frage, wo und wie künftig relevante Umsätze erzielt werden – zwischen stationärem Einkaufserlebnis und digitaler Vernetzung.
Konzept, strategische Ausrichtung, Standort- und Sortimentspolitik sowie Kundenkommunikation müssten jetzt auf den Prüfstand. Tempo, Investitionen und strategische Klarheit seien gefragt. Ein zentraler Erfolgsfaktor seien Daten. Die Zukunft funktioniere nur über eine konsequente digitale Vernetzung von Handel und Industrie. Einheitliche Artikelstammdaten und die umfassende Nutzung von EDI-Protokollen müssten zur Selbstverständlichkeit werden.
„Als Verbundgruppe Ring stehen wir allen Marktteilnehmern mit unserem umfassenden Dienstleistungs- und Serviceangebot zur Seite, um notwendige Veränderungen und Weiterentwicklungen aktiv zu gestalten und zu begleiten. Wir gehen diesen Weg – jetzt und gemeinsam“, so Bernd Grillitsch, Geschäftsführer der Ringschuh Austria GmbH.