Im dritten Quartal 2023 kam es bei den Umsätzen im deutschen Onlinehandel erneut zu teils starken Rückgängen. So heißt es in der Befragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ des BEVH, dass die Umsätze zwischen Anfang Juli bis Ende Septembersogar unter dem Vergleichswert vom Vorpandemiejahr 2019 liegen. Für den restlichen Jahresverlauf bleibt der BEVH aufgrund des langsam anlaufenden Septembergeschäfts ebenfalls pessimistisch.
Auch Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BEVH, dämpft potentielle Erwartungen: „Aus Verbrauchersicht hat sich in den vergangenen Monaten nichts fundamental verbessert: Die Ausgabenbelastung der Privathaushalte bleibt hoch, die Gesamtwirtschaft steuert in eine Rezession. Davon kann sich der Onlinehandel nicht abkoppeln.“
Onlinehandel mit Schuhen büßt Umsätze ein
In allen fünf vom BEVH definierten Warenclustern (Bekleidung, Unterhaltung, Freizeit, Einrichtung und Täglicher Bedarf) kam es zu Schrumpfungen, mit der Bekleidung auf dem zweithöchsten Wert. Hier gingen die Gesamtumsätze von 4,77 Mrd. Euro im dritten Quartal 2022 auf 3,93 Mrd. Euro in dem diesjährigen Quartal zurück. Insgesamt bedeutet dies einen Rückgang von 17,5%.
Steht nur der Bereich Schuhe im Fokus, fällt der Rückgang sogar noch höher aus: Hier kam es zu einem Umsatzrückgang von 966 Mio. Euro im Vorjahr zu 787 Mio. Euro im dritten Quartal 2023 und damit zu einer prozentualen Entwicklung von -18,6%. Der Sektor Bekleidung sank währenddessen um 17,2%.
Die größten Verlierer, unerwartete Gewinner
Aufgeteilt nach Versendern ist der Multichannel-Versender der größte Verlierer. Hier kam es zu Umsatzrückgängen um 18,8%. Direkt dahinter nahmen die Umsätze beim Herstellerversender um 17,0% ab. Der Onlinehandel bei Internet-Pure-Playern, Apothekenversendern und Shoppingclubs nahm derweil um 16,3% ab. Überraschend: die Umsätze des Versenders Teleshopping steigen von 173 Mio. Euro auf 203 Mio. Euro. Damit kommt es hier als einzige Plattform zu einem Wachstum um 17,2%.