Der Umsatz wuchs währungskursbereinigt um 3,3%. Nach Wechselkurseffekten verbuchte die Otto Group einen Umsatz von 12 Mrd. Euro, was einer Zunahme um 1,8% entspricht. Die Zahl der weltweit im Konzern Beschäftigten erhöhte sich um 434 auf 54.257 Mitarbeiter, in Deutschland stieg die Zahl der Stellen um 635 auf 25.972. „Unsere Strategie des werthaltigen Wachstums zahlt sich aus. Wir erwirtschaften mehr Umsatz, erzielen ordentliche Gewinne und haben allein in den vergangenen beiden Jahren rund 1.150 neue Arbeitsplätze geschaffen“, betont Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group.
Online-Umsatz wächst auf mehr als 6 Milliarden Euro
Über die weltweit gut 100 Online-Shops erwirtschaftete die Otto Group einen Erlös in Höhe von 6,063 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung von 6,4%. Damit stehend die Online-Umsätze für 60,5% der gruppenweiten Einzelhandelsumsätze. Im deutschen Markt konnte ein Zuwachs von 7,2% oder 266 Mio. auf 3,960 Mrd. Euro erzielt werden. Im deutschen Multichannel-Einzelhandel werden damit 65,7& der Umsätze online erwirtschaftet.
Deutschland-Geschäft wächst erfolgreich
Besonders gut entwickelten sich die Aktivitäten der Otto Group in Deutschland, heißt es aus Hamburg. Die rund 17 Mio. aktiven Kunden sorgten für einen Umsatzzuwachs um 4,6% auf 7,064 Mrd. Euro. Die Einzelhandelsumsätze stiegen um 2,3%. Das Segment Finanzdienstleistungen wuchs um 42,6%, das Segment Service um 12,5%.
Wesentliche Aktivitäten legen zu
Am meisten brachte das Segment Multichannel-Einzelhandel ein. So wuchs der Onlinehändler Otto um 6,7% auf 2,270 Mrd. Euro. Die in 27 Ländern tätige Bonprix-Gruppe legte um 65 Mio. Euro auf 1,287 Mrd. Euro zu – ein Zuwachs um 5,3%. Eine noch bessere Umsatzentwicklung konnte die Witt-Gruppe verzeichnen. Sie wuchs um 7,5% auf 716 Mio. Euro, ein Plus von 50 Mio. Euro. Die Baur-Gruppe vermeldete einen leichten Anstieg um 0,5% auf 669 Mio. Euro; das tatsächliche Wachstum war höher, weil die Umsätze des Onlinehändlers Mirapodo fehlen, der nun bei der Mytoys-Gruppe bilanziert wird. Die Heine-Gruppe musste einen Umsatzrückgang von 4,2% auf 483 Mio. Euro hinnehmen. Ähnlich entwickelte sich der Umsatz bei der Schwab-Gruppe mit einem Minus von 4,4% auf 255 Mio. Euro. Ebenso bilanzierte Sportscheck einen Rückgang von 5,1% auf 319 Mio. Euro. Die Mytoys-Gruppe hingegen steigerte mit ihrem Multishop-Konzept inklusive Mirapodo den Umsatz kräftig um 35,4% auf 383 Mio. Euro.
Währungskurseffekte belasten Auslandsumsätze
Außerhalb der Euro-Zone wirkten sich die Wechselkursentwicklungen negativ aus, erklärte das Unternehmen. Aufgrund des starken Euros im Vergleich zum US-Dollar, dem Russischen Rubel, Japanischen Yen und Britischen Pfund konnte die Otto Group nur geringere Einzelhandelsumsätze ausweisen. So ist der Umsatz in Russland zwar um 9,1% gestiegen – in Euro betrug das Wachstum lediglich 0,4% auf 549 Mio. Euro. In der Region Nord- und Südamerika, die vor allem durch die nordamerikanische Einrichtungs- und Lifestyle-Gruppe Crate and Barrel bestimmt wird, blieb der Umsatz in Landeswährungen mit einem Rückgang von 0,3% weitgehend stabil. In Euro wird ein Rückgang von 4,1 % auf 1,262 Mrd. Euro bilanziert. Besonders stark war der Währungskurseffekt in Japan. In Yen gab der Umsatz um 8% nach, in Euro betrug das Minus 26,3% auf 166 Mio. Euro. Erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Großbritannien, das in den vergangenen Jahren erfolgreich transformiert worden ist. Freemans Grattan Holdings legte um 5,5% auf 170 Mio. Euro zu. Kursbereinigt betrug das Wachstum 9,8%.
Umbau in Frankreich schreitet voran
Der Umsatz der französischen 3SI Group sank planmäßig um weitere 8,3% auf 1,536 Mird. Euro. Anfang 2014 hat die Otto Group die B2C E-Commerce- und Service-Aktivitäten in Frankreich vollständig übernommen, um sie noch konsequenter in Richtung E-Commerce weiterzuentwickeln. Dieser Prozess ist auf mindestens zwei Jahre angelegt und wird in dieser Phase voraussichtlich zu weiteren Umsatzrückgängen führen.
Investitionen in Technologie und neue Geschäftsmodelle
Mit einer Vielzahl von Initiativen treibt die Otto Group die Transformation ihrer Kernmarken und die Etablierung neuer Geschäftsmodelle voran. Die innovative Payment-Lösung Yapital und das Projekt Collins, das mit seinem Open Commerce-Ansatz angetreten ist, den Online-Handel zu demokratisieren, werden im Herbst mit breit angelegten Marketingkampagnen um Kunden werben. Mit Investitionen in eine dezentrale IT entwickeln die Konzerngesellschaften eigene Lösungen, etwa bei Warenwirtschaftssystemen, um noch gezielter auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen zu können.