Zugleich wurde bekannt, dass der Manager seinen Vertrag verlängern soll. Nach Informationen von Bilanz strebt der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Otto an, dass Schrader seinen Kontrakt um einige Jahre verlängert. Das Hamburger Unternehmen wird laut dem Magazin im laufenden Geschäftsjahr allerdings wesentliche Finanzziele verfehlen. Die Probleme seien so gravierend, dass Schrader sich genötigt sah, nicht nur sein Management und die Otto-Banken, sondern Ende Oktober auch die Kernbelegschaft in Hamburg-Bramfeld zu informieren. Er habe einen „deutlichen Gewinnrückgang“ angekündigt. Die Höhe des Vorjahresgewinns vor Zinsen und Steuern (392 Mio. Euro) werde das Unternehmen nicht erreichen.
Die Gründe seien vielfältig: Bei der US-Möbelkette Crate & Barrel schrumpft der Ertrag, in Russland belasten Ukraine-Krise und Rubel-Schwäche das Geschäft. Die größte Finanzlücke reißt die französische Tochterfirma 3SI, die umstrukturiert werden muss. In Deutschland steht die Tochterfirma Sport-Scheck vor großen Herausforderungen: Die Investitionen in ein neues IT-System und weitere Geschäfte sind hoch, die Konkurrenz im Netz ist groß, meldet Bilanz. Die Finanzsparte und Hermes könnten die Rückgänge nicht ausgleichen.
Michael Otto will dem Vernehmen nach unbedingt einen Jahresüberschuss von mindestens 100 (Vorjahr: 180) Mio. Euro ausweisen, ohne die Investitionen zu kürzen.