Doch auch für die Pop-Up-Fläche im bereits bestehenden Geschäft gibt es Perspektiven. Dabei steht ebenfalls vor allem die Erhöhung von Frequenzen im Fokus. Durch eine gezielte Bespielung und neue Ladenstruktur können dabei die Flächenleistung erhöht und die Kosten optimiert werden. Inhaltlich sorgt die temporäre Fläche für eine größere Auswahl: „Der Handel kann da proaktiv an die Sache herangehen und sagen: ’Ich teste einfach mal ergänzende Sortimente‘“, erklärt Padberg. Genauso kann die Fläche untervermietet werden, sei es für einen Shop im Shop, beispielsweise in Kooperation mit einem Lieferanten, oder für Dienstleister wie Schuhmacher. Auch Mixed-Use-Konzepte finden hier Verwendung. Wer beispielsweise schon immer einmal eine Weinbar im eigenen Schuhgeschäft ausprobieren wollte, hätte mit einem Pop-Up die Gelegenheit dazu. Schlussendlich könnte auch die Neugewinnung von Kunden ein Hauptaspekt eines solchen Versuchs sein. Entweder indem man die eigene Zielgruppe ausbaut, oder indem man sich zum Ziel nimmt, gar neue Zielgruppen anzusprechen. „Dafür bieten sich dann Nischen wie Nachhaltigkeit oder Barfußschuhe an. Also Sortimente, bei denen ich weiß, dass ich mich damit Out of the Box bewege und mir sage: Ich will neue Wege gehen und bin offen für neues“, so Padberg. Gleichzeitig sieht er direkt darin ein Problem des Themas: „Das ist nach wie vor das größte Problem: dass man Angst vor Veränderung hat und daher dieses Thema Pop-Up noch gar nicht so breit ist, obwohl die Optionen das durchaus hergeben würden.“
Mit Konzept zum Erfolg
Nun müssten Idee und Umsetzung miteinander verknüpft werden. Aus diesem Grund hat Fashionconsult ein eigenes Planungs- und Umsetzungskonzept entwickelt. An diesem können sich Unternehmen orientieren, die sich vielleicht an die Thematik herantasten wollen. „Das Entscheidende ist, anfangs ein Zielfoto zu erstellen und zu überlegen: ’Wo möchte ich überhaupt hin?‘“, erklärt Padberg den ersten Schritt des Konzepts. Dabei können die Unternehmen auf eine Ertragserhöhung abzielen, oder aber auch vorhaben, die Frequenzen zu erhöhen oder den Standort abzusichern. In einem nächsten Schritt gilt es, die Gesamtsituation zu analysieren. Gemeint sind damit der Standort, die Zielgruppe, die Ressourcen, aber auch die eigene Kompetenz. Auch das Personal muss je nach Konzept mit einer gesonderten Schulung vorbereitet werden. Als letzten Schritt vor der Umsetzung steht noch die konkrete Ausarbeitung des Konzepts an. Hierzu zählen Budgetplan, Thema, aber auch eine Roadmap sowie ein Projektplan. Erst nach dieser umfangreichen Vorbereitung lässt sich die Pop-Up-Idee umsetzen. Mit einer konkreten Flächenplanung, umfangreichem Vorab-Marketing und einem kontrollierten Roll-Out steht dem Launch des hauseigenen Pop-Up-Stores nichts mehr im Weg.
Es zeigt sich: Pop-Up-Stores können mit der richtigen Planung und unter den passenden Voraussetzungen für viele Branchen und Unternehmen realisierbar sein. So konnten laut Sönke Padberg beispielsweise Sneakerhändler Flächen beziehen, nur um sich aufgrund des erfolgreichen Konzepts auch langfristig dort niederzulassen. Auch Händler, die andere Stadtteile und damit einen erweiterten Kundenkreis bedienen wollen, können diese Möglichkeit nutzen. Und um dem aktuellen Innenstadtwandel kontrolliert entgegenzutreten, können Pop-Ups für frischen Wind sorgen.