Rechtlich wird die Übernahme von K&L durch Schuh-Schmid voraussichtlich mit Wirkung zum 1. September erfolgen. „In einem anspruchsvollen Investorenprozess haben wir für K&L eine Fortführungslösung gefunden, die den mehr als 1.000 Beschäftigten mit Schuh-Schmid eine gute Perspektive unter einem branchenerfahrenen Eigentümer bietet. Angesichts der schwierigen Situation im deutschen Textileinzelhandel, der unter Warenüberangebot, Margendruck und der nachlassenden Konjunktur leidet, war dieses Ergebnis alles andere als selbstverständlich und letztlich auch nur durch eine Reihe von Zugeständnissen der Vermieter, so auch der Familie Ruppert, möglich“, erklärte Dr. Christian Gerloff, CRO/Geschäftsführer der K&L GmbH & Co. Handels-KG. Somit könne nach Eintritt der Rechtskraft der gerichtlichen Planbestätigung – voraussichtlich Mitte/Ende August – das Eigenverwaltungsverfahren für K&L am 1.September aufgehoben werden. Mit diesem Schritt ist K&L als in der Eigenverwaltung saniertes Unternehmen wieder ’freier‘ Marktteilnehmer und Geschäftspartner.
Positive Geschäftsentwicklung von K&L
Trotz schwieriger Marktbedingungen konnte sich K&L positiv im ersten Halbjahr 2019 vom Markt absetzen. „Wir haben unsere Like-for-Like-Umsätze (ohne Schließungsfilialen) im ersten Halbjahr um 5% gesteigert, obwohl der Gesamtmarkt sehr anspruchsvoll war und der gesamte Umsatz der Branche im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist. Darüber hinaus ist es uns gelungen, die Margen zu verbessern und den Rohertrag zu steigern. Dies zeigt, dass wir in den letzten zwölf Monaten einen guten Job gemacht haben und die bereits 2017 eingeleitete Neuausrichtung sowie die zusätzlichen Maßnahmen im Rahmen der Insolvenz wirken“, sagt Jens Bächle, CEO/Geschäftsführer der K&L GmbH & Co. Handels-KG. Insgesamt habe sich die Ergebnissituation – auch bedingt durch die weiteren notwendigen eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen – im Rahmen des Insolvenzverfahrens im Vergleich zum Vorjahr wesentlich verbessert. „Es ist uns gelungen, sowohl vom Operativen als auch durch die Investorenlösung die Voraussetzungen zu schaffen, K&L wieder zukunftsfähig aufzustellen und einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Jens Bächle.
Neuausrichtung von K&L durch die Schmid-Gruppe
Erklärtes Ziel zu Beginn des Schutzschirmverfahrens im Oktober 2018 war es, das Unternehmen als Ganzes zu erhalten und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern. K&L geht mit dieser Investorenlösung davon aus, dass trotz der Insolvenz und der zwingend notwendigen und bereits umgesetzten Filialschließungen mehr als 75% der Arbeitsplätze langfristig erhalten werden können. Das Unternehmen hatte im Frühjahr 14 Geschäfte geschlossen und das Filialnetzwerk auf aktuell 40 Standorte reduziert. Im Zuge der Übernahme durch Schuh Schmid soll K&L die bisher erfolgreich eingeleitete strategische Neuausrichtung weiter fortsetzen. Dazu zählen die weitere Verbesserung des Modesortiments, die Stärkung der Kundenbindung und die Steigerung der Effizienz und der Attraktivität der Verkaufsflächen. Darüber hinaus sollen weitere Synergiepotenziale beider Unternehmen gehoben werden. Die Schmid-Gruppe soll dem Unternehmen einen größeren Spielraum im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel für die Weiterentwicklung der Geschäfte zugänglich machen.
Ferner wird auch zukünftig – nach bisher erfolgter Reduzierung defizitärer Standorte – an strategisch günstigen Standorten eine weitere Expansion geplant. So wurde bereits in der Insolvenz am 19. Juni eine neue Filiale in Bietigheim-Bissingen eröffnet. Dr. Christian Gerloff, der während des Schutzschirm- und Insolvenzverfahrens das Amt des Restrukturierungsgeschäftsführers übernommen hatte, wird, wie von vornherein geplant, nach Umsetzung der Investorenlösung wieder aus der Geschäftsführung ausscheiden. „Ich freue mich sehr über die erfolgreiche Sanierung von K&L. Dass es uns gelungen ist, in diesen für die Modebranche schwierigen Zeiten einen Retailer wieder auf Kurs zu bringen, war alles andere als erwartungsgemäß und ist daher umso erfreulicher. Mit Schuh-Schmid haben wir einen strategischen Investor gefunden, der das Potenzial von K&L erkannt hat und der in der Lage ist, das Unternehmen in eine positive Zukunft zu führen“, sagt der gerichtlich bestellte Sachwalter Oliver Schartl von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen aus München.
Über Schuh Schmid
Das Familienunternehmen Schmid wurde 1938 gegründet und wird heute in dritter Generation von Robert Schmid geführt. Der Filialist betreibt zehn Schuhgeschäfte in Süddeutschland mit einer Gesamtverkaufsfläche von 40.000 qm. Im Jahr 2010 wurde zudem in Senden ein Schmid Natur Biomarkt eröffnet.