„Jeder der sich jetzt darüber beschwert das es immer weniger Geschäfte in der Stadt gibt sollte sich mal an der eigenen Nase fassen und überlegen wann er/sie das letzte mal bei einem kleinen Händler war und für die Beratung und ein gutes Produkt gern mal etwas mehr bezahlt hat als im Internet!“ (sic) – so lautet das Statement eines Users auf Facebook. Er reagiert auf den Bericht des Hohenloher Tagblatts über die bevorstehende Schließung des Schuhhaus Freitag in Crailsheim und ein Interview zum Thema mit Ingo Hänel.
„Ja das kommt davon wenn man immer nur bei Amazon kauft“ (sic), schreibt ein anderer User. Es gibt aber auch Kritik am Schuhhändler Ingo Hänel: „Herr Hänel sucht die Schuld auch gern bei anderen… Der Verbraucher ist schuld weil er nur Billigware aus Fernost kauft. Das Preisargument kann man zählen lassen. Aber will er uns im Ernst vormachen dass die Schuhe die er verkauft allesamt aus nachhaltiger deutscher Produktion mit fairen Löhnen und schadstofffreien Materialien stammen?“ (sic), so das Statement eines Konsumenten.
Auch die individuelle Situation in Crailsheim wird diskutiert. Es sei eine der „unattraktivsten Städte zum einkaufen“ (sic), so lautet ein Statement. Beklagt werden eine fehlende Umgehungsstraße und nicht ausreichende Parkplätze, zu viele Tempo 30-Zonen und zu hohe Parkgebühren in der Innenstadt. Eine Userin bringt das so auf den Punkt: „Natürlich hat der boomende Onlinehandel seinen Teil dazu beigetragen. Aber ebenso eine immer unattraktivere Innenstadt, die zumindest mich nicht anlockt. Aktuell betrete ich diese nur wegen Optiker, Reisebüro oder Rathaus. Und entweder muss man am Volksfestplatz parken und weit laufen oder man bezahlt auf den teuren Parkplätzen.“ (sic) Befürchtet wird von mehreren Kommentierenden, dass nach der Schließung des Schuhhauses ein weiterer Barbershop oder Dönerladen in Crailsheim nachrücken könnte.
Ingo Hänel hat seinem Frust auch auf der Plattform Linkedin Ausdruck verliehen: „Aber ich finde, dass wir – bei aller Angst über einen Verbraucher-Shitstorm – die Diskussion um unsere Städte auch endlich mal in unsere Mitte bringen müssen – wir können die Diskussion und Regulierung über täglich fast 500.000 Billig-Schrott-Gift-Sendungen von den einschlägigen Plattformen doch nicht nur in Berlin oder Brüssel führen!“
Man müsse „dem Verbraucher doch mal vor Augen führen, dass er selber mit seinem Handeln mitverantwortlich dafür ist, was in und was mit unseren Innenstädten passiert“. Hänel weiter: „Entscheidend wird sein, ob wir in eine Diskussion kommen, wie verwerflich und schädlich (und auch hoch gefährlich) es ist, z.B. ein T-Shirt für 1,22 Euro zu bestellen (das dann auch noch Tausende Kilometer per Luftfracht kommt) oder z.B. ein total ungeprüftes Elektrogerät für 7,78 Euro, das hierzulande aus guten Grund regelmäßig 99 Euro kostet (einfach weil es sicher ist und zigfach zertifiziert und geprüft wurde und weil z.B. auch Patentrecht eingehalten wurde).“ Darum lautet das Fazit des Händlers: „Und da sind wir alle gefragt: Mund auf, Meinung raus!“