Mode und Wetter sind zwei wesentliche Einflussfaktoren im Schuhmarkt. Das habe sich nach Angaben des IfH Köln auch im vergangenen Jahr deutlich gezeigt. So hatte die Branche 2015 mit eher wetteruntypischen Frühjahrs- und Herbstmonaten zu kämpfen. Durch die starke Kopplung an Modethemen werden zwar regelmäßig mehr Schuhe gekauft, das Ausgabenbudget wächst aber nur unterproportional, d. h. der Konsum verlagert sich in günstigere Preislagen. So konnte der aktuelle Sneaker-Trend auch nicht dazu beitragen, dass fühlbar mehr Schuhe gekauft wurden. Vielmehr führte der vermehrte Sneaker-Absatz zu einer Umsatzverschiebung zwischen den Segmenten im Schuhmarkt.
Online setzt wesentliche Wachstumsimpulse
Wesentliche Wachstumsimpulse bezieht der Schuhmarkt laut dem Institut für Handelsforschung immer noch aus dem Onlinegeschäft. Die ursprünglich enormen Wachstumsraten der Onlineumsätze haben sich über die letzten Jahre zwar deutlich abgeschwächt, konnten jüngst allerdings wieder auf knapp zehn Prozent anziehen. Im Zentrum dieser Entwicklung stehen nach wie vor die institutionellen Internethändler wie Zalando und Amazon, die allein 2015 ein Wachstum von 15,4% verzeichnen konnten.
Fachhandel wächst seit 2009 unterdurchschnittlich
Diese Entwicklung ging vor allem zu Lasten des Fachhandels. Indem die Trendsortimente im Sportschuhbereich liegen, läuft der klassische Schuhhandel latent Gefahr, die junge Generation der modeaffinen Schuhkäufer zu verlieren, da diese sich über andere Kanäle eindecken. Auch wenn die letzten beiden Jahre wieder ein Umsatzplus einbrachten, entwickelte sich der Schuhfachhandel mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (2009-2015) von +1,5% insgesamt deutlich unterhalb des Gesamtmarktes (+2,4%). Im letzten Jahr waren sogar leichte Umsatzrückgänge festzustellen, sodass der Schuhfachhandel 2015 insgesamt nur 6,4 Mrd. Euro umsetzen konnte. Der Marktanteil von insgesamt 66% am gesamten Schuhmarkt zeigt jedoch die nach wie vor herausragende Bedeutung des Fachhandels innerhalb dieser Branche.