Künftig wird es wohl an den Mannheimer Planken zwei Schuhgeschäfte weniger geben: Die beiden Läden „Gero“ und „Gero Mure“ des Schuhsalon Leone haben nach aktuellem Stand keine Perspektive. Das bestätigt Inhaber Alexander Seppel gegenüber schuhkurier. Zuerst hatte der „Mannheimer Morgen“ über die Situation berichtet.
Ende Juli hatte das Unternehmen Schuhsalon Leone einen Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb lief an den je zwei Standorten in Mannheim und Baden-Baden sowie in je einem Geschäft in Heidelberg und Karlsruhe zunächst weiter. Inzwischen sind die Läden geschlossen. Am 4. Oktober wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.
Wie die Insolvenzverwalterin Sandra Wirtz in einem Medienbericht erläutert, sei es nicht möglich gewesen, für die beiden Mannheimer Filialen eine Lösung zu finden. Zwar gebe es potenzielle Interessenten, jedoch habe sich noch keine Fortführungsmodalität finden können. Die Vorstellungen über die Mietpreishöhe gingen zu weit auseinander.
Bei den anderen Standorten zeichnet sich nach Angaben von Alexander Seppel indes eine Lösung ab: So werden die beiden Filialen in Baden-Baden vom Düsseldorfer Schuhhaus Prange weiter geführt. Dessen Inhaber Paul Prange übernahm den Geschäftsbetrieb im Rahmen einer übertragenen Sanierung. Auch die Mitarbeiter in den beiden Läden wurden von Prange übernommen.
Das Geschäft in Karlsruhe wurde von der neu gegründeten Gero Mure GmbH übernommen, die von Alexander Seppels Ehefrau und Sohn geführt wird. Möglich ist, dass diese Gesellschaft auch in Heidelberg aktiv bleibt. Dort wird laut einem Medienbericht derzeit nach Räumlichkeiten gesucht. Gespräche mit dem bisherigen Vermieter laufen. Vieles sei derzeit noch unklar, so Alexander Seppel gegenüber schuhkurier.
Ein Großteil der zum Zeitpunkt der Insolvenz rund 40 Mitarbeitenden hat offenbar inzwischen Aufhebungsverträge unterschrieben.
Wie das Unternehmen im Juli anlässlich des Insolvenzantrags erläuterte, wurde es durch die Folgen der Corona-Pandemie, steigende Preise und den Onlinehandel in Mitleidenschaft gezogen. „Die Zurückhaltung der Verbraucher sowie die entsprechend geringere Nachfrage der Handelskunden wirkten sich neben dem monatelangen Plankenumbau (die Planken sind die Haupteinkaufsstraße in Mannheim, Anm. d. Red.) ganz erheblich auf Umsatz und Liquidität aus“, sagte Inhaber Alexander Seppel seinerzeit.
Im Interview mit schuhkurier hatte Alexander Seppel 2022 erläutert, das Angebot in seinen Häusern bestehe zu 70 bis 80% aus italienischen Marken. „Die ausgefallenen Modelle für Damen werden speziell nach unseren Vorgaben in kleinen Fabriken in Italien gefertigt“, erklärte der Unternehmer. Bewusst arbeite der Schuhfilialist mit kleinen, unbekannten Marken zusammen, die ihre eigenen Fabriken in der Umgebung von Neapel, Veneto und den Marken haben.
Im Jahr 1979 hatte Claus Seppel den ersten Schuhsalon Leone in Heidelberg eröffnet und damit den Grundstein für das heutige Unternehmen gelegt. Die Firma expandierte. Alexander Seppel übernahm den Schuhfilialisten von seinem Vater Claus nach dessen Tod im Jahr 2016.