Wie das Unternehmen mitteilt, wurde es durch die Folgen der Corona-Pandemie, steigende Preise und den Onlinehandel in Mitleidenschaft gezogen. „Die Zurückhaltung der Verbraucher sowie die entsprechend geringere Nachfrage der Handelskunden wirkten sich neben dem monatelangen Plankenumbau (die Planken sind die Haupteinkaufsstraße in Mannheim, Anm. d. Red.) ganz erheblich auf Umsatz und Liquidität aus“, sagt Inhaber Alexander Seppel.
Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Rechtsanwältin Sandra Wirtz bestellt. Laut ihren Angaben soll der Geschäftsbetrieb an allen sechs Standorten (je zwei Geschäfte in Mannheim und Baden-Baden sowie je ein Standort in Heidelberg und Karlsruhe) uneingeschränkt weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter sind bis Ende September durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Priorität sei es nun, den laufenden Geschäftsbetrieb weiter zu stabilisieren und, so Wirtz, „alle Optionen auszuloten, die eine tragfähige Zukunftslösung für das Unternehmen und seine Beschäftigten ermöglichen können.“ Auch mit Lieferanten und Vermietern würden bereits Sondierungsgespräche geführt.
Im Interview mit schuhkurier hatte Alexander Seppel 2022 erläutert, das Angebot in seinen Häusern bestehe zu 70 bis 80% aus italienischen Marken. „Die ausgefallenen Modelle für Damen werden speziell nach unseren Vorgaben in kleinen Fabriken in Italien gefertigt“, erklärte der Unternehmer. Bewusst arbeite der Schuhfilialist mit kleinen, unbekannten Marken zusammen, die ihre eigenen Fabriken in der Umgebung von Neapel, Veneto und den Marken haben.
Im Jahr 1979 hatte Claus Seppel den ersten Schuhsalon Leone in Heidelberg eröffnet und damit den Grundstein für das heutige Unternehmen gelegt. Die Firma expandierte. Alexander Seppel übernahm den Schuhfilialisten von seinem Vater Claus nach dessen Tod im Jahr 2016.
2014 hatte Claus Seppel in einem Gespräch mit schuhkurier erläutert, wie es zum Namen Gero Mure für seine Häuser gekommen war: „Wir haben den Namen vor 20 Jahren entwickelt und schützen lassen. Wir wollten einen Namen haben, der neutral ist, gut lesbar und eingängig. Ziel war es, unabhängig zu sein von Marken, die nun einmal kommen und gehen. Gero Mure ist unsere Marke, die wir kraftvoll bewerben.“