3.141.016 Mio. Menschen waren im vergangenen Jahr im deutschen Einzelhandel beschäftigt. Auch um den Nachwuchs scheint sich der Einzelhandel den Statistiken zufolge keine Sorgen machen zu müssen: 2012 war Kaufmann/-frau im Einzelhandel mit Abstand der beliebteste Ausbildungsberuf, gefolgt von der Ausbildung zum Verkäufer. Rund 26.157 Ausbildungsverträge sind dem HDE zufolge im Jahr 2012 abgeschlossen worden. Auch der Schuhhandel kann mit bemerkenswerten Mitarbeiterzahlen aufwarten. Laut BDSE sind derzeit ca. 71.000 Mitarbeiter im Einzelhandel beschäftigt, 65% als Teilzeitkräfte. Was die Zahl der Auszubildenden betrifft, so liegen keine gesicherten Zahlen vor.
In der Schweiz wird der Ausbildung im (Schuh-)einzelhandel viel Raum gegeben. Dieter Spiess, Präsident des Verbands schuhschweiz, liegt das Thema seit jeher am Herzen. 1.200 Lernende sind im Schuhhandel beschäftigt; in jedem Jahrgang der insgesamt 3 Jahre dauernden Ausbildung etwa 400 junge Menschen. Für Spiess steht fest: "Stationärer Handel lebt von Menschen. Wer das als Händler in der Vergangenheit nicht erkannt hat, für den wird es heute schwierig." Viele Unternehmen haben erkannt, dass gute, kompetente und motivierte Mitarbeiter ein wesentliches Element für den wirtschaftlichen Erfolg sind. Zwar muss man investieren – in finanziellen Aufwand und in Zeit – aber dieser Einsatz rechnet sich.
Ein Ansatzpunkt sind unter anderem gezielte Förderprogramme für Angestellte im Schuhhandel, wie sie etwa vom ISC angeboten werden. "Generell stellt die Tatsache, von ihren Unternehmen zu Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen entsandt zu werden, für Mitarbeiter eine enorm hohe Motivation dar, und die Firmen haben das verstanden", sagte etwa Uwe Thamm vom ISC im Interview mit schuhkurier. Ein Ansatz, den sich viele Arbeitgeber zu Herzen zu nehmen scheinen, schließlich kann das International Shoe Competence Center für die letzten beiden Jahre mehr Nachfrage zu seinem Kursangebot vermelden, und zwar querbeet durch die verschiedensten Bereiche: von der Produktoptimierung bis hin zum Verkauf. Gerade der starke Praxisbezug mache die Kurse Thamm zufolge interessant: "Richtig gut im Job kann jemand nur werden, wenn er auch praktisch erleben und umsetzen kann, was er später können soll."
Auch bei der LDT in Nagold stehe die "Praxisorientierung an oberster Stelle", sagt LTD-Leiter Manfred Mroz. Getreu dem Motto ‘soviel Theorie wie nötig, jedoch soviel Praxis wie möglich’ können sich an der LDT gezielt Bewerber mit abgeschlossener Berufsausbildung weitergebilden, etwa zum Textilbetriebswirt. Und damit nicht genug: Wer die Laufbahn des ‘Texers’ in Nagold absolviert hat, ist auch Teil eines Netzwerkes in der Mode- und Schuhbranche, von dem er sein ganzes Berufsleben profitieren kann. Das beginnt beim Praktikumsplatz und endet möglicherweise in der gut dotierten Führungsposition mit internationalem Anspruch, etwa im Einkauf oder auch im Management.
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