Die Geschäftsführung des Pirmasenser Schuhherstellers hat gemeinsam mit dem Sanierungsexperten Rechtsanwalt Lukas Eisenhuth (Abel und Kollegen) ein Restrukturierungskonzept ausgearbeitet. Dies habe gezeigt, dass bei Carl Semler Personalabbaumaßnahmen alternativlos sind, um den Standort in Pirmasens zukunftsfähig auszurichten und möglichst vielen Beschäftigten zukünftig einen Arbeitsplatz erhalten zu können, teilt das Unternehmen mit.
Wesentliche Säulen des Restrukturierungskonzepts sind der Erhalt der Produktentwicklung, der Musterfertigung sowie der Prototypenstepperei und damit des Know-Hows am Stammsitz in Pirmasens. Von dort aus werden weiter die Management- und Verwaltungsfunktionen wahrgenommen, so dass in Pirmasens zukünftig insgesamt rund 35 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Produktion dagegen wird zukünftig im unternehmenseigenen Werk in Ungarn konzentriert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die gewohnte Qualität und Lieferfähigkeit auch weiterhin gegeben sein wird. Im Ergebnis bedeutet dies einen Personalabbau von rund 25 Beschäftigten in Deutschland.
„Sowohl Betriebsrat als auch Geschäftsführung haben die vergangenen Wochen intensiv verhandelt, um den Personalabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten und gleichzeitig den verbleibenden Beschäftigten eine Zukunft geben zu können“, erklärt das Unternehmen. Nun soll eine Transfergesellschaft gebildet werden, die den Beschäftigten die Möglichkeit einräumt, sich neu zu orientieren und sich weiter zu qualifizieren. Zudem erhalten die Beschäftigten im Rahmen der Transfergesellschaft für sieben Monate 80% ihres Gehalts. Damit seien sie in einer besseren Lage als im Falle einer betriebsbedingten Kündigung.
Dieser Schritt sei nicht leicht gefallen, teilt die Geschäftsführung mit. Gleichzeitig werde aber mit diesen Maßnahmen die Grundlage dafür geschaffen, dass die Carl Semler Schuhfabrik zukünftig auch weiter als starker Geschäftspartner im Markt bestehen kann.
Positiv sei die Resonanz vieler Stammkunden von Carl Semler zur anstehenden Herbst/Winterkollektion. Durch deren Unterstützung und die vereinbarten Restrukturierungsmaßnahmen habe das Unternehmen gute Chancen, diese Phase in der nun schon 162-jährigen Firmengeschichte nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt daraus hervorzugehen.