Die Zahl der Shopping-Center in Deutschland ist mit 506 im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Laut dem aktuellen EHI Shopping-Center Report 2025 steckt hinter der stabilen Zahl jedoch viel Dynamik: Zahlreiche Center werden revitalisiert, um sich stärker an der Lebensrealität der Menschen auszurichten.
„Revitalisierungen von Shopping-Centern sorgen dafür, dass diese relevant für die Lebenswelt der Menschen bleiben“, erklärt Lena Knopf, EHI-Expertin und Autorin des Reports. „Insofern ist deutlich mehr Bewegung im Markt als man beim reinen Blick auf die Anzahl der Center vermuten könnte.“
Der Trend ist laut den Experten des EHI klar: Shopping alleine reicht nicht mehr. Immer öfter werden Einkaufszentren zu Freizeitdestinationen umgebaut. 2024 wurden elf Revitalisierungen abgeschlossen, 38 weitere befinden sich aktuell in der Umsetzung. Diese reichen von vollständigen Neupositionierungen – wie im Loop5 in Weiterstadt mit Wasserspielplatz, Kletterpark und neuem Foodcourt – bis zur Umgestaltung einzelner Bereiche, etwa in der Huma St. Augustin.
Auch neue Nutzungsmischungen nehmen zu: In einigen Centern wie dem Boulevard Berlin oder dem Rheinpark Center Neuss wird Verkaufsfläche zugunsten von Büros oder Arztpraxen reduziert. Dabei wird auch energetisch modernisiert. Gastronomie spielt bei vielen Projekten eine zentrale Rolle. So entstand im Lago in Konstanz eine Rooftop-Bar im fünften Obergeschoss: der „Glorious Garden“.
Rund 12% der 26.513 Mietverhältnisse in deutschen Shopping-Centern entfallen mittlerweile auf gastronomische Angebote. Neben klassischen Restaurants entstehen immer öfter Freizeit- und Eventflächen: Das Rhein-Neckar-Zentrum beherbergt seit Kurzem eine Trampolinhalle, Außengastronomie und eine Indoor-Skydiving-Anlage.
Ein Großteil der Center befindet sich in urbaner Umgebung: 47% liegen in Innenstädten, 38% in Stadtteillagen und nur noch 15% auf der Grünen Wiese. Die Neuentwicklungen der letzten zehn Jahre bestätigen diesen Trend: Zwei Drittel der 48 neu eröffneten Center wurden in Innenstädten angesiedelt.
Die Top-Mieter in den Centern bleiben weitgehend stabil: Deichmann (288 Filialen), Ernsting’s Family (257) und DM-Drogeriemarkt (233) führen das Ranking an. Einige Unternehmen haben ihre Präsenz jedoch reduziert – so O2 und Vodafone. Andere wie Douglas oder Depot sind ganz aus den Top 20 gefallen. Dafür gibt es neue Player mit Expansionsdrang: Tedi (+ 14 Filialen) und Woolworth (+ 27) bauen ihre Präsenz massiv aus.