Die Ausgangslage
Der 1. Oktober bildet einen weiteren wichtigen Meilenstein für das Unternehmen Salamander/Klauser in Wuppertal. Seit diesem Tag ist der Schuhfilialist, der sich seit Dezember 2022 in einem Schutzschirmverfahren befindet, mit seinen beiden Gesellschaften Mitglied der ANWR Garant und damit in der Zentralregulierung der ANWR Group – und das noch vor Beendigung des Verfahrens, mit dem die beiden neuen Geschäftsführer des Unternehmens, Franz Walter Wiest und Lothar Schäfer, aber „in den nächsten Tagen“ rechnen. Nachdem Salamander/Klauser im Rahmen des Verfahrens Standorte schließen und auch Personal abbauen musste, sehen die neuen Eigner nun einen Status Quo erreicht, der zunächst beibehalten werden soll. Das bezieht sich auf die Mitarbeitenden insgesamt, aber auch auf das Einkaufsteam und den Standort Wuppertal. Dort ist auch die Logistik angesiedelt. Rund 50 Mitarbeitende sind in Wuppertal beschäftigt. Eine Zusammenführung der beiden Gesellschaften Klauser und Salamander ist aufgrund von Verpflichtungen, die sich aus dem Insolvenzverfahren ergeben, derzeit nicht möglich – unter anderem, weil beide Unternehmen teils unterschiedliche Gläubigergruppen haben.
Die Ware
Das aktuell in den Filialen präsentierte Warenangebot bezeichnet Wiest als „Übergangskollektion“. Auf diese Produkte habe man noch wenig Einfluss gehabt. Marken wie Gabor, Paul Green, Mjus und Laura Vita springen ins Auge. Auch Ara, Caprice, Remonte und Buffalo gehören zum Angebot für Damen. Bei den Herren liegt ein Fokus auf Salamander, Lloyd und Bugatti. Zum Sortiment für Kinder gehören unter anderem Lurchi und Ricosta.
Rund 50% des Angebots sind Damenschuhe. Dieser Anteil soll in den kommenden Saisons auf 55% steigen. Der Herrenschuhanteil von 25% soll gehalten werden, während der Bereich der Kinderschuhe von jetzt 25% auf 20% reduziert werden soll. Auch in der modischen Aussage soll etwas geschehen: „Wir streben eine Modernisierung des Sortiments an“, erklärt Lothar Schäfer. Darüber hinaus soll das Angebot an Accessoires wie Taschen, Gürtel oder auch Textilien in den kommenden Saisons ausgebaut werden. Die Markenauswahl soll reduziert werden – von jetzt um die 80 bis 90 auf etwa die Hälfte. Dafür sollen einzelne Marken als Schwerpunkte hervorgehoben werden, darunter im Herrenschuhbereich beispielsweise Salamander, aber auch Lloyd und Bugatti. Gerade Salamander sei im Herrenbereich sehr stark, erklärt Wiest. Mit dem neuen Markeneigentümer, der Astormueller AG, sei man in engem Austausch. „Wir setzen auf Partner, denen wir zutrauen, dass sie gute Kollektionen machen“, betont Schäfer. Dabei soll die Heterogenität der einzelnen Geschäfte – 65 stationäre und ein Onlineshop – auch zu individuellen Sortimenten führen. Rund 50% des Sortiments sollen nach dem Willen der neuen Geschäftsführer in allen Filialen weitgehend identisch sein. Die andere Hälfte bilden Marken und Modelle, die auf die Kundschaft der einzelnen Standorte zugeschnitten sind. Und noch etwas wollen Wiest und Schäfer ändern: „Früher war das erste Auswahlkriterium die Marke“, erklärt Franz Walter Wiest. „Jetzt gehen wir zunächst vom Schuhtyp aus und dann erst über die von uns bevorzugten Marken.“