In einer Pressekonferenz erläuterten Torben Schütz (stellvertretender Hauptgeschäftsführer HDS/L), Michael Huth (Geschäftsführer Steitz-Secura), Michael Tackenberg (Vorsitzender des PFI) und Daniel Feische (Messe Düsseldorf), wie sich das Segment Fuß- und Beinschutz entwickelt.
Laut Daniel Feische ist die Messe im Jahr 2025 die größte aller Zeiten, mit 88.000 qm Nettofläche und mehr als 2.3002.300 Ausstellern aus 70 Ländern. Dabei sei das Segment Fuß- und Beinschutz einer der größten Bereiche. Vor allem Industrie- und Handwerksbetriebe sind Zielgruppe der Messe. Zunehmend seien aber auch Sicherheitsbeauftragte von Unternehmen sowie Verantwortliche aus dem HR-Bereich als Fachbesucher vor Ort.
Vor allem Sneaker haben das Feld der Sicherheitsschuhe erobert. Das ist aus Sicht von Michael Huth logisch: „Wenn ein solcher Schuh nicht gefällt, wird er nicht gern getragen. Das Design spielt eine wichtige Rolle.“
Die Inlandsverfügungsmenge an Sicherheitsschuhen beziffert der HDS/L laut Torben Schütz auf 9,6 Mio. Paar im Jahr 2024 – 1,3 % mehr als im Vorjahr. „Wir haben stark vom Wirtschaftswachstum der letzten Jahre profitiert“, so Schütz:. Allerdings: Wenn jetzt in einer kriselnden Wirtschaft Werke geschlossen werden, wirkt sich das ebenfalls auf die Branche aus.
Die Ausfuhrmenge lag 2024 bei 1,3 Mio. Paar Schuhen, vor allem in die Niederlande, nach Polen und nach Österreich. Wobei die beiden erstgenannten Länder auch wichtige Logistikstandorte sind; es ist also davon auszugehen, dass die Schuhe von dort noch weiter transportiert werden. Die Einfuhrmenge an Sicherheitsschuhen betrug im ersten Halbjahr 2025 2,9 Mio. Paar (+13 %). 6,9 Mio. Paar Sicherheitsschuhe wurden im vergangenen Jahr in Deutschland hergestellt.
Für das Prüf- und Forschungsinstitut spielen Sicherheitsschuhe eine wichtige Rolle. Michael Tackenberg: „Wir befassen uns seit 70 Jahren damit.“ Das Segment sei auch ein Impulsgeber, weil die Unternehmen immer wieder auf neue Vorgaben reagieren müssen. Auch befasst sich das PFI zusammen mit den Unternehmen mit dem Thema Kreislaufwirtschaft. „Es laufen verschiedene Forschungsprojekte“, so der PFI-Vorsitzende. Die Fabrikanten seien in diesem Bereich Vorreiter.
Der HDS/L setzt sich aktuell dafür ein, dass Herstellerinformationen für Sicherheitsschuhe künftig digital bereitgestellt werden können. Die aktuell noch gedruckten Varianten erzeugten Berge von Papier, die letztlich kaum gelesen würden. Eines der Omnibus-Verfahren der EU-Kommission sieht vor, digitale Lösungen zu forcieren. Geklärt werden muss aber, ob dies sowohl für B2B als auch für B2C gelte.
Feststellbar sei aktuell, dass mehr Sicherheitsschuhe aus China auf den deutschen Markt kommen – teilweise produziert von deutschen Marken, die in Fernost produzieren lassen, teilweise aber auch von chinesischen Firmen. Laut Michael Huth sind es in einigen Fällen auch Textilhersteller, die Schuhe als weiteres Segment anbieten und diese in China fertigen lassen. Die derzeit angespannte Wirtschaftslage spüren die Hersteller von Sicherheitsschuhen. Huth hat einen klaren Wunsch: „Es würde uns sehr helfen, wenn wir nach drei Jahren Niedergang wieder mal einen Aufschwung erleben würden.“