Hierfür Sorge zu tragen ist unter anderem auch Aufgabe des 1977 gegründeten spanischen Verbands der Schuhhersteller (FICE), mit Sitz in der Hauptstadt Madrid. Dieser vertritt die Interessen von rund 500 Unternehmen der Branche auf nationaler und internationaler Ebene. Der Verband soll die spanischen Marken auf internationalen Messen für ausländische Kunden besser sichtbar machen, ihre Wettbewerbsfähigkeit fördern und sie dabei unterstützen, für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt zu sein. Und es steht viel auf dem Spiel, denn Spanien zählt zu den zehn wichtigsten Schuhexporteuren der Welt. Das Land exportiert rund 75 %, also den Löwenanteil, seiner Produktion. 2024 wurden 170,8 Mio. Paar Schuhe exportiert, ein neuer Rekord und Zuwachs von knapp 8 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies entspricht einem Wert von knapp 3,5 Mrd. Euro, 6 % höher als im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten 2025 konnten 75,5 Mio. Paar Schuhe exportiert werden, was ungefähr dem Vorjahreswert entspricht (0,16 % in Paaren; -0,54 % im Wert). Die Exporte haben sich nicht nur von der Pandemieflaute erholt, sondern liegen sogar beträchtlich über den Zahlen davor. Im Vergleich zwischen 2024 und dem Vor-Pandemie-Jahr 2019 ist der Export mengenmäßig um 10 % und im Umsatz um 29 % angestiegen. Ein Großteil der Exporte geht in europäische Länder, allen voran Italien, gefolgt von Frankreich, Deutschland, Portugal und Polen. Auf Deutschland, den drittwichtigsten Abnehmer, entfallen wertmäßig 10 % des spanischen Schuhexportgeschäftes. Das sind knapp 350 Mio. Euro und 13 Mio. Paare. Ein Plus von 3,1 % im Wert und 4,9 % im Volumen im Vergleich zu einem schwachen Jahr 2023.
Die USA stehen als Abnehmer erst an sechster Stelle. Damit sind die Vereinigten Staaten zwar das wichtigste Nicht-EU-Land für die spanischen Schuhexporte, doch ihr Anteil am Gesamtvolumen ist mit 2 % vergleichsweise gering. Trotzdem sind die von Trump ab 1. August auferlegten Zölle von 15 % auf für den US-Markt bestimmte EU-Produkte Grund zur Besorgnis und Unsicherheit unter den Schuhherstellern. Sie sehen sich damit vor der Notwendigkeit, ihre Märkte weiter zu diversifizieren und die Exporte nach Lateinamerika und Asien weiter auszubauen, um den zu erwartenden Rückgang der Verkäufe spanischer Schuhe in die USA zu kompensieren.