Die ANWR Schuh-Verantwortlichen wollen dem Handel über bessere Konditionen und Warenzugänge Werkzeuge für bessere Erträge an die Hand geben. Dafür wurde das Shoe Love-Partnerprogramm vereinfacht. Zusätzlich zu den bestehenden Kalkulationen gibt es mindestens 3 % Rabatt auf alle Artikel aus der saisonalen Vororder. Artikelpools wurden weitgehend aufgelöst. Zu den neu hinzugekommenen Marken gehören Hechter Paris, Bugatti und Josef Seibel. „Wir sind insbesondere froh, Josef Seibel gewonnen zu haben und hoffen darauf, weitere Pirmasenser Lieferanten davon zu überzeugen, sich dem Programm anzuschließen“, erläutert Astrid Heinze. Insgesamt nehmen 58 Lieferanten daran teil. Um selbst mit gutem Beispiel voranzugehen, gibt es für die ANWR-Eigenmarken Natural Sense, Longo und Move by Longo ohne Preiserhöhung eine Kalkulation von 3,0 auf die Vororderkollektion. Die ANWR engagiere sich zudem dafür, dass die Industrie dem gesamten Schuhhandel mehr Vorteile bietet. Zu den Erfolgen des Einsatzes zählt die Verbundgruppe dabei die höhere Spanne durch Preiserhöhungen bei Lloyd, Ara und Ricosta und die Spannenverbesserung von Artikeln bei Josef Seibel, Richter, Supremo und Regarde le Ciel.
Außerdem stellt die ANWR Schuh die Sortimentserweiterung in den Mittelpunkt. Über die ANWR bekommen Händlerinnen und Händler Warenzugänge von 65 Lieferanten in den Bereichen Textil und Accessoires. Nach wie vor hätten viele Schuhhändler Angst davor, andere Sortimentsbereiche auf der Fläche mit aufzunehmen. Deswegen wurde auf der Messe mit einem Retail Pop-Up-Store demonstriert, wie diese Artikel elegant integriert werden können, ohne dass das Geschäft seinen Charakter als Schuhhaus verliert. „Wir können belegen, dass es bei 10 % und auch 20 % Textilanteil einen Anstieg der Erträge gibt“, sagt Heinze. Als Händler stärke man zudem sein Schuhsortiment, wenn man über Textilien die modische Kompetenz demonstriert. Über das Empfehlungsprogramm haben Händler Zugriff auf eine Auswahl an Marken mit Bestseller-Artikeln, die sofort bestellbar sind, zusammengestellt werden können und für die es keine Umkleidekabine braucht. Ein weiteres Werkzeug zu mehr Effizienz ist die Performance-Beratung, die im Anschluss an Retail Beats in Maastricht gelauncht wurde. „Die Händler sind zunehmend bereit, ihre Daten zu teilen, weil sie merken, dass es ihnen etwas bringt“, kommentiert Patrick Gottesleben die Entwicklung.