Deutsche Online-Shopper legen beim Thema Mode besonderen Wert auf Auswahl der Produkte und die Vorzüge der virtuellen Welt. Die Ergebnisse der Studie ’Black Box Online Shopping – Mode, Schuhe, Accessoires‘ haben gezeigt, dass der typische Online-Modeshopper weiblich, jung ist, in der Stadt lebt und berufstätig ist. 42% der Befragten sehen im Online-Shopping Preisvorteile gegenüber dem Kauf im stationären Handel. Zum Vergleich: Über alle Produktgruppen hinweg schätzen 56% der Online-Shopper günstigere Preise im Internet. Modekäufer führen außerdem seltener Preisvergleiche im Web durch als andere Onlineshopper.
Beratung hat wenig Bedeutung – doch Modekäufer wollen die Waren ansehen
Die Modekundin vermisst im Internet keine Beratung, wie es sie in der Filiale gibt. Nur 15% der online-affinen Modeshopper sehen in der Beratung einen Vorteil beim Einkauf im stationären Handel – über alle Käufergruppen hinweg sind es 27%. „Das Ergebnis zeigt, dass die Filialisten im stationären Handel es in den vergangenen Jahren versäumt haben, ihre Beratungskompetenz als strategischen Wettbewerbsvorteil auszubauen und diesen in die Online-Welt zu verlängern“, sagt Dr. Ottmar Franzen, Geschäftsführer des Beratungsinstituts Konzept und Markt. „Dieses Gap nutzen neue Online-Anbieter mit Style-Beratung wie Kisura bei Damenmode oder Outfittery bei Herrenmode zu schließen.“
Modekauf: Online und Filiale gleichauf – wenig Akzeptanz für Mischkonzepte
Obwohl den Modekunden die Vorteile des Onlineshoppings bewusst sind, wollen sie nicht auf ihre Filialen vor Ort verzichten. 73% kaufen bei Modeketten wie C&A, H&M oder Peek&Cloppenburg ein. 53% nutzen kleinere Ladengeschäfte, 49% den klassischen Katalogversandhandel und 47% Warenhäuser. Die Anteile der Modekäufe Online und in der Filiale halten sich mit 49 zu 51% ziemlich die Waage, wobei stationär mit 348 Euro jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Mode etwas mehr ausgegeben wird als online mit 321 Euro. Punkten können die Filialen vor allem mit der Möglichkeit, dass die Waren unmittelbar anprobiert werden können. Diesen Vorteil sehen 74% der Online-Modeshopper im Vergleich 56% der Internetkäufer insgesamt.
Globale Konzerne dominieren – Spezialanbieter und Filialisten im Hintertreffen
Auf der Suche nach neuen Modetrends steuern laut Studie 52% der Befragten häufig zuerst die Internetplattform Google an. 47% starten gleich bei Amazon und 34% bei Ebay. Tatsächlich bestellt wird dann zu 56% bei Amazon und zu 37% bei Ebay. Spezialisierte Modeshops stehen somit deutlich hinter den Konzernen mit Vollsortiment zurück. An der Spitze steht hier die Otto-Group mit otto.de (28%) und Bonprix (27%) gegenüber H&M (26%) und Zalando (26%) durch. Außer H&M schafft es kein weiterer Filialist auf einen Anteil über 25%, die nächste Modekette C&A erreicht gerade einmal 15%, dahinter folgen Esprit (11%), S.Oliver (8%) und Zara (5%). „Dieses Verhältnis wird sich voraussichtlich auch nicht so schnell ändern. Denn Modeshopper sind treu: Sie bestellen im Durchschnitt nur zwei bis drei Stammanbietern“, sagt. Dr. Ottmar Franzen.
Besondere Angebote und Rabatte schlagen Qualität
Auf die Frage nach den wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Online-Shops nannten die befragten Modeshopper mit 57% „ein günstiges Preisniveau“. Jedoch ist das Kriterium in dieser Käufergruppe weniger relevant als im Schnitt der gesamten Online-Käufer (63%). Die Online-Modeshopper haben dafür ein überdurchschnittliches Interesse an besonderen Angeboten und Rabattaktionen. Das ist 51 Prozent wichtig, vor allem Frauen (60%). Die Sonderaktionen sollten dem Willen der Käufer nach direkt auf Startseite präsentiert werden. Kostenlose Retouren sind nur für 49% ein maßgebliches Kriterium bei der Shopauswahl. Dahinter folgen die Zahlungsmethode (47%) und ein einfacher Bestellvorgang (44%). Der Qualität der Textilien wird relativ wenig Bedeutung zugemessen: Dieses Kriterium findet sich in einem Cluster von 27 Eigenschaften erst an 15. Stelle.
Die Studie kann über www.konzept-und-markt.com/studien.html bestellt werden.