Für Freitag, den 27. Oktober, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzel- und Großhandel zum bundesweiten Streik auf. Die aktuellen Tarifverhandlungen in allen 13 Tarifgebieten laufen seit mehr als einem halben Jahr und das Angebot der Arbeitgeberverbände sei „völlig unzureichend“ und nicht verbessert worden, so Verdi. „Die Beschäftigten warten seit einem halben Jahr auf nachhaltige, tabellenwirksame Tarifsteigerungen“, erklärt das für den Handel zuständige Vorstandsmitglied Silke Zimmer diesen Schritt. Verdi erwartet, dass sich zehntausende Beschäftigte im Handel dem Streik anschließen werden.
Verdi fordert in der Tarifrunde 2023 im Einzelhandel 2,50 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Stunde bei einer Laufzeit des Tarifvertrags über zwölf Monate. Die Ausbildungsvergütungen sollen je nach Tarifgebiet zwischen 200 Euro und 250 Euro angehoben werden. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein Mindestentgelt von 13,50 Euro pro Stunde. Im Groß- und Außenhandel fordert Verdi eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von 13%, beziehungsweise 425 Euro je nach Tarifgebiet, für alle Beschäftigten. Die Auszubildendenvergütung soll je nach Tarifgebiet zwischen 175 Euro und 250 Euro steigen, bei einer Laufzeit von ebenfalls 12 Monaten. Das Angebot der Arbeitgeber sieht laut HDE bei einer Laufzeit von 24 Monaten tabellenwirksame prozentuale Entgeltsteigerungen von insgesamt 7,5% in drei Schritten vor. Zudem wird ein tarifliches Basisentgelt angeboten: Beschäftigten, die unter den Geltungsbereich des Flächentarifvertrages fallen, soll damit ein Entgelt in Höhe von 13 Euro brutto pro Arbeitsstunde garantiert werden.