Der Bundesverband der Deutschen Industrie, BDI, stellte im September seine aktuelle Transformationsstudie vor. In dieser analysierte der Verband den Standort Deutschland in einer „schonungslosen Bestandsaufnahme“, heißt es vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V. (Textil + Mode). Dabei sieht sich Textil + Mode in der eigenen Problemanalyse bestätigt: Besonders die „hohen Energiepreise, überbordende Bürokratie und viel zu hohe Steuern im internationalen Vergleich“ bringen den Standort Deutschland um seine Wettbewerbsfähigkeit.
Nach der Studie seien 15 Handlungsfelder nötig, um „die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, die industrielle Basis zu sichern und Wachstum zu beschleunigen.“ So seien für diese Transformationsprozesse Investitionen bis zu 1,4 Billionen Euro bis 2023 nötig.
Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer von Textil + Mode, sagt: „20 Prozent der industriellen Wertschöpfung in Deutschland sind bedroht. Die detaillierte und umfassende Standortanalyse des BDI zeigt: Deindustrialisierung, vor allem im Mittelstand, ist bereits real. Die politisch Verantwortlichen müssen endlich dafür sorgen, den Standort Deutschland mit einem Dreiklang aus ökologischem Fortschritt, ökonomischer Wettbewerbsfähigkeit und technologischer Offenheit fit zu machen. Dafür hat die deutsche Industrie mit ihrer Studie klare Handlungspfade beschrieben. Diese müssen jetzt schnell in die Tat umgesetzt werden, denn uns rennt die Zeit davon.“
Laut Mazura seien es nicht die Innovationen oder mutigen Unternehmerinnen und Unternehmer, die fehlten, sondern die politischen Weichenstellungen, „die endlich Fesseln lösen und uns in die Lage versetzen, bei Energiepreisen und Steuern im internationalen Wettbewerb wieder mitzuhalten.“