Wie das Magazin berichtet, hatte die Deutsche Börse in Frankfurt seit 2007 gezielt um mittelständische Firmen aus China geworben. Insgesamt 24 Unternehmen aus dem Reich der Mitte seien heute an der Deutschen Börse gelistet. Für mehrere hundert Millionen Euro haben Anleger deren Papiere gekauft. Etliche müssen sich inzwischen darauf einstellen, ihr Geld nie wieder zu sehen – wie im Fall Ultrasonic.
Für das Unternehmen ist die Situation vor allem deshalb so prekär, weil eine Bank nach dem Verschwinden des Managers einen lebenswichtigen Kredit fällig gestellt hatte.
Ähnliche Skandale gab es inzwischen auch bei anderen chinesischen Unternehmen wie dem Verpackungshersteller Youbisheng Green Paper, dessen Chef im Sommer verschwand. Das Unternehmen war wenig später vor der Insolvenz. Betroffen ist auch der Modehersteller Kinghero, der sich inzwischen von der Börse zurückgezogen hat. Wirtschaftsprüfer hatten laut Spiegel festgestellt, dass die bei chinesischen Töchtern ausgewiesenen Umsatzerlöse und Wareneinsätze weder nachgewiesen noch plausibel waren.
Mindestens zwei weitere börsennotierte Unternehmen aus China seien ihren Jahresabschluss für 2013 bis heute schuldig geblieben, berichtet der Spiegel weiter.
Insgesamt haben die China-Papiere in Frankfurt in den vergangenen drei Jahren rund 60% ihres einstigen Börsenwertes verloren. Die Deutsche Börse in Frankfurt hat ihre Beühungen um chinesische Firmen unterdessen zurückgefahren.