Ende September war es wieder so weit: Der BTE Handelsverband Textil Schuhe Lederwaren veranstaltete den bewährten Kongress in Köln. Unter dem Titel „Fashion Emotion 4.0 – Zukunftsorientierte Erfolgskonzepte des Modehandels“ wurden dabei mittels spannender Gesprächsrunden und Vorträge Denkanstöße und Inspiration erbracht.
Den Anfang machte jedoch eine kleine Gesprächsrunde zwischen dem neuen BTE-Präsidenten Mark Rauschen und dem HDE-Präsidenten und Intersport Deutschland-CEO Dr. Alexander von Preen. Als „der Neue“ stellt sich Rauschen vor, kurz bevor er mit von Preen tief in die aktuelle Lage des Einzelhandels eintauchte und die Sichtbarkeit in der Politik beleuchtete.
Weil die Branche nach außen hin gerne ein Lächeln trage, würde die Politik gar nicht wahrnehmen, „was wir hier machen“, so Rauschen. Und gleichzeitig, so von Preen, sei es eine Sisyphos-Arbeit, sie ständig darauf hinzuweisen. Dennoch sei es die Aufgabe des HDE, große politische Themen zu setzen. „Aber das kostet Zeit“, so von Preen.
Dafür sei die Zusammenarbeit mit dem anderen Akteuren des Einzelhandels in den letzten Jahren erfolgreich gewesen, erklärt der HDE-Präsident. So würde etwa der Lebensmitteleinzelhandel den Non-Food-Handel unterstützen. Doch es werde nach wie vor hart gearbeitet, erklärt er weiter, um alle Stakeholder unter einen Hut zu bekommen. „Es gibt einen Stakeholder, mit wir besonders ins Gespräch kommen müssen, und das sind die Vermieter.“
Wie es um die Innenstädte steht
Es folgte ein breites Spektrum an verschiedensten Vorträgen: von digitalen Tools und Einzellösungen bis hin zu Netzwerken und Initiativen. BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels präsentierte vorab die aktuellen Zahlen rund um das Thema Innenstädte. Hierfür veranstaltete der BTE eine Befragung, um die Konsumenten zur Zufriedenheit mit den Innenstädten ihrer Wohnorte zu befragen. So geht aus der Umfrage hervor, dass rund zwei Drittel der Befragten den Modeeinkauf als wichtigsten Anlass sehen, um in die Innenstädte zu gehen. Gleichzeitig wird jeder zweite Modeeinkauf mit anderen Aktivitäten gekoppelt, wie beispielsweise einem Besuch der Gastronomie, der Arbeit oder Kulturtätigkeiten.
Und neben dem aktuellen Stimmungsbild zeigte die Befragung auch deutlich, wo die Konsumenten noch Ausbaupotential in den deutschen Innenstädten sehen. Allen voran die vielen Leerstände und die scheinbar willkürliche Standortverteilung würde viele irritieren. Auch die Anbindungen oder die Beschaffenheit der Gebäude würde viele abschrecken. Hierfür seien zwar alle gefragt, jedoch müsse besonders auf politischer Ebene etwas geschehen. So sagt Pangels: „Unsere Branche ist die letzten Jahre kaum politisch präsent gewesen.“
Breites Themenspektrum
Abhilfe schaffen sollten die weiteren Vorträge, die sich allesamt um zukunftsorientierte Handlungsmöglichkeiten drehten. Neben der Zukunft der Innenstädte wurde dabei auch das Dauerthema Nachhaltigkeit thematisiert – nicht nur aufgrund der Relevanz, sondern auch mit der Begründung, den doch recht ausgeprägten Burnout in diesem Segment zu bekämpfen.
Und selbst zwischen den Vorträgen wurde konstruktiv gearbeitet: bei Kaffee und Snacks wurde fleißig genetzwerkt.