Während viele Unternehmen bereits ihre Unterstützung mit Rabattaktionen oder ihren Boykott mit Protestaktionen verkündet haben, schließt sich jetzt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ebenfalls letzterem an. Zum Black Friday ruft man nun tausende Beschäftigte des Handelskonzerns Amazon zu Aktionen und Streiks auf. Dabei kommt es sogar zu Arbeitsniederlegungen: insgesamt zehn Fullfillment-Center sind davon betroffen, unter anderem Dortmund, Koblenz und Leipzig. Die Aktion ist Teil der internationalen Bewegung „Make Amazon Pay“, an der Gewerkschaften, Menschenrechts- und Umweltorganisationen und andere Initiativen verschiedenster Länder teilnehmen. Auch in Frankreich und den USA rufe man bereits zum Ausstand auf.
Damit käme es zum ersten Mal zu einem internationalen Streiktag beim Handelsgiganten, heißt es von Monika Di Silvestre, die bei Verdi Zuständige für die Gewerkschaftsarbeit bei Amazon. „Das ist sehr wichtig, denn einem weltweit agierenden Großkonzern wie Amazon kann man nicht allein lokal, regional oder national begegnen. Wir brauchen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaften.“ Gleichzeitig wird kritisiert, dass sich Beschäftigte in beispielsweise Polen und Großbritannien sich aufgrund der dort geltenden Gesetze nicht der Streikbewegung anschließen können. „In vielen Ländern, auch in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, gelten noch immer Gesetze, die Gewerkschaften behindern in den Streik zu treten“, so Di Silvestre. Die Gewerkschafterin ruft deshalb die Europäische Union dazu auf, eine Demokratisierung von Mitbestimmungsrechten in den betreffenden Mitgliedsstaaten einzufordern.“
Organisiert wird der internationale Aktionstag von UNI Global Union, einem Zusammenschluss von Gewerkschaften aus dem Dienstleistungsbereich. UNI-Generalsekretärin Christy Hoffman erklärt: „Es ist höchste Zeit, dass der Tech-Gigant mit seinen ungeheuerlichen Praktiken aufhört, die Betriebsverfassungsgesetze endlich respektiert und mit den Beschäftigten und deren Institutionen in Verhandlungen für bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einsteigt.“