Generalversammlungen sind eine gute Gelegenheit für den Handel, um mit Kolleginnen und Kollegen außerhalb des eigenen Geschäfts und der täglichen Herausforderungen zusammenzukommen. Man kennt sich, man kann Erfahrungen und auch mal ein offenes Wort austauschen. So geschehen vergangenes Wochenende, als die SABU Schuh-Verbund e.G. ihre Genossen nach Dortmund einlud.
Das Wiedersehen in lockerer Atmosphäre – hier der Location geschuldet mit viel Fußball-Flair – ist aber nur ein Aspekt einer Generalversammlung. Im Kern geht es um einen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr und den Ausblick auf die Zukunft. Analogien drängten sich, das Stadion von Borussia Dortmund in Wurfweite, nahezu auf. Und so sprach der Aufsichtsratsvorsitzende der Kornwestheimer Verbundgruppe denn auch vom Sommermärchen, das die Nation vor 20 Jahren verzauberte. Und forderte die Anwesenden auf, mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu schauen.
Diese Zukunft hat es in sich. So hat die Zahl der SABU-Händler seit 2016 um ein Drittel abgenommen. Und der SABU-Vorstandssprecher Ulrich Rau gab einen eher düsteren Ausblick, als er sagte: „Die Zahl der selbstständigen Handelsunternehmen wird in den kommenden Jahren leider weiter zurückgehen.“
Um wie viel, das ist aktuell noch nicht absehbar. Es kursieren Szenarien, nach denen bis zu 30 % der jetzt im Markt agierenden Händler ausscheiden könnten. Das bedeutet aber auch: 70 % haben eine Zukunft. Dafür gilt es, die Weichen zu stellen.
In Dortmund sprach Ulrich Rau vom „Kräfte bündeln“. Die Synergien einer Gemeinschaft nutzen, um mehr Raum für gute Ideen und neue Konzepte zu haben. Die eigene Leistungsfähigkeit auf den Prüfstand stellen und da ansetzen, wo es Potenzial gibt. Zum Beispiel: Wenn weniger Kunden kommen, wie kann es gelingen, dass diese kaufen – und vielleicht nicht nur ein Paar? Es ist keineswegs alles verloren. Es gibt Chancen.
Um im Fußball-Bild zu bleiben: Nach dem Sommermärchen mit dem dritten Platz folgte für die deutsche Nationalelf 2010 nochmals der Ausstieg im Halbfinale. 2014 aber stand Mario Götze in der 113. Minute goldrichtig – und hatte eine gute Idee.