Zalando stellt die Zusammenarbeit über Zalando Connected Retail zum 30. Juni 2027 ein. Bereits im Vorfeld der Einstellung wird die Gebührenstruktur vereinheitlicht. Händler müssen der neuen Gebührenstruktur bis zum 15. Mai 2026 zustimmen. Ansonsten wird die Zusammenarbeit zum 31. August automatisch beendet. Ab September treten bei Unterzeichnung die bei Connected Retail möglichen reduzierten Gebühren außer Kraft. Stattdessen würden die an das Partnerprogramm angeglichenen Standard-Servicegebühren auf alle Artikel ausgeweitet werden. Die reduzierten Gebühren liegen für Schuhe zwischen 3,5 % bis 20,5 % gestaffelt nach Verkaufspreis. Die Standardgebühren beginnen bei 5,5 % und steigen gestaffelt bis auf 19,5 %. Die Händler können dann am sogenannten „Price Mode“ (auch bekannt als „Dynamic Partner Selection“) teilnehmen, in dem sie auf Basis ihrer täglichen Customer Experience Model-Performance klassifiziert und in zwei Gruppen eingeteilt werden.
„Wir laden unsere Connected Retail-Partner ein, in unser Partnerprogramm zu wechseln. Wir verabschieden uns nicht von stationären Geschäften, sondern aktualisieren lediglich die Technologie, mit der sie sich mit uns verbinden. Dieser Schritt optimiert die Abläufe, bietet verbesserte Dateneinblicke und ermöglicht es den Partnern, Bestellungen weiterhin direkt aus ihren Geschäften abzuwickeln, während sie gleichzeitig ihr Geschäft auf unsere 27 europäischen Märkte skalieren können“, erklärt ein Zalando-Sprecher auf schuhkurier-Nachfrage. „Um diese Veränderung zu unterstützen, führen wir ein Retailer Incentive ein, das eine Gebührenreduzierung um zwei Prozentpunkte bis Ende 2027 bietet, sowie ein Partner Program Transition Incentive, das eine zusätzliche Reduzierung um einen Prozentpunkt für sechs Monate für diejenigen bietet, die frühzeitig wechseln.“
Zalando verspricht den Händlerinnen und Händlern im Rahmen von Partnerprogramm einen vollen Zugriff auf Z Direct. Damit biete Zalando den Partnern Zugriff auf bessere Daten und Einblicke für die Steuerung des Unternehmens. Das Tool sei zukunftsorientiert konzipiert und soll durch erhebliche Investitionen in neue Funktionen und KI weiterentwickelt werden. Durch eine Fulfillment-Anwendung für Zalando und andere Plattformen soll die betriebliche Effizienz gesteigert werden. Auf die Frage, ob die neue Gebührenstruktur für teilnehmende Händler höhere Kosten bedeuten wird, antwortete Zalando: „Im Zuge der technischen Vereinheitlichung unserer Plattform konsolidieren wir zum 1. September 2026 auch unsere Gebührenstruktur. Das bedeutet, dass künftig für alle Partner die einheitlichen Marketplace Service Fees gelten. Um unsere Händler bei diesem Übergang bestmöglich zu unterstützen und ihn planbar zu gestalten, haben wir gezielte finanzielle Anreize geschaffen, darunter signifikante Gebührenreduzierungen für die Übergangszeit. Wir sind davon überzeugt, dass der Wechsel ins Partnerprogramm unseren Händlern durch modernste Technologie, effizientere Prozesse und neue Wachstumschancen auf unserer Plattform einen großen langfristigen Mehrwert bietet.“
Bereits im Jahr 2023 hat Zalando die Gebühren bei Connected Retail angepasst. Damals wurde eine Grundgebühr in Höhe von 40 Euro eingeführt und die Gebühr für verkaufte Artikel angepasst. Schuhhändler kritisierten die Änderung vor allem aufgrund ihrer kurzfristigen Auswirkungen. Für Artikel, die schon im Vorjahr geordert wurden, galten nun andere Kalkulationen und eine geringere Rentabilität.