Nach welchen Kriterien werden Sie die Messe segmentieren?
Abgebildet werden Premium, Contemporary, Urban, Comfort und Kids.
Gesetzt den Fall, es gibt mehr Interessenten als Standfläche. Wie werden Sie die Plätze vergeben? Nach dem Motto ’first come first serve‘ oder nach der Bedeutung der Aussteller?
Auf diese Frage kann es aus der Natur der Sache heraus keine eindimensionale Antwort geben. Wir sind vielen unterschiedlichen Interessen gegenüber verpflichtet: Nicht zuletzt dem inter-/nationalen Fachbesucher, dem eine spannende, sich gegenseitig inspirierende Mischung angeboten werden muss, was ein gemeinsamer Interessensnenner für alle ist. Selbstverständlich gehen wir diese Aufgabe mit höchstem Respekt und Achtung vor jedem Aussteller an, vertrauen zudem aber auch auf natürliche Gesetzmäßigkeiten, die eine eigene, sich selbst regulierende Dynamik mit sich bringen wird.
Der größte Stand auf der Gallery sollte nicht über 150 qm groß sein. Wie geht man dann mit Marken wie Tamaris oder Gabor um, die riesige Stände belegen?
Das Areal Böhler vermittelt einen komplett anderen Charme als dies auf dem Messegelände der Fall war. Der kuratierende Charakter der Hallen im Industrial Design verleiht eine besondere Wertigkeit und Ausgesuchtheit. Für große Marken ist dies keinesfalls ein Nachteil. Dem Warenbild eleganter Department-Stores entsprechend, können sie sich in einer neuen Atmosphäre ganz anders präsentieren. Das bringt ein anderes Selbstverständnis mit sich, bei dem es nicht um Größe, sondern Klasse geht. Diesen Aspekt heraus zu stellen, ist eine sehr wichtige, zeitgemäße Facette, wenn es darum geht, neue internationale Kunden anzusprechen. Vergleichen Sie es mit den Schuhabteilungen der weltweit wichtigsten Department-Stores, in denen große Key-Player ebenso unbedingt dazu gehören wie innovative und exklusive kleine Brands.
Die Igedo kommt aus dem Fashion-Bereich. Ist da beispielsweise für die Komfortschuhhersteller noch Platz auf der neuen Messe?
Natürlich gehören sowohl Komfortschuhhersteller als auch Kinderschuhe zum Portfolio der Gallery Shoes: Die Präsentation wird jedoch dem Rahmen entsprechend moderner, gebündelter und transparenter sein, was keinesfalls nachteilig ist.
Wie sieht es mit Kinderschuhen aus? Werden diese eine Plattform bei Ihnen finden?
Unbedingt. Für Gallery Shoes gehört dieser wichtige Bereich verbindlich mit dazu. Entsprechend wird es auch einen passenden, kompetenten Rahmen für dieses wichtige Segment geben.
Die Fashion Week Berlin läuft erfolgreich. Die Micam hat ein gutes Besucherplus hingelegt. Wo sehen Sie Ihre Nische, um das zu liefern, was die anderen nicht haben?
Einer unserer Vorteile liegt in der großen Terminfreiheit, die dem tatsächlichen Terminbedarf für Order auf einer kompetenten, gebündelten Plattform optimal angepasst werden kann. Berlin ist für viele Schuhhersteller viel zu früh und als Order- Plattform für viele Händler nicht relevant. Mailand hingegen ist nicht für jeden Aussteller relevant. Nicht jedes Label fokussiert zwangsläufig forcierten Wachstum in südeuropäischen, sondern aufgrund von Kollektionsaussage und Ausrichtung in nordeuropäischen Ländern. Und für viele Händler sind die wechselnden Saisontermine der Micam nicht unbedingt leicht zu handeln. Zudem bieten wir mit der Gallery Shoes eine Konzentration auf die wesentlichen Aussteller der europäischen Schuhindustrie und mit dem Areal eine für das internationale Schuhbusiness einmalige Plattform mit den bereits beschriebenen Vorteilen.
Das vollständige Interview mit Ulrike Kähler lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 10, die am 10. März erscheint.