Die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland hat im März 2026 weiter zugenommen. Nach Angaben des iIo Instituts gaben 78,6 % der befragten Unternehmen an, dass es ihnen schwer oder eher schwer falle, die künftige Entwicklung ihrer Geschäftslage einzuschätzen. Im Februar lag dieser Anteil noch bei 75,4 %. Damit erreicht der Indikator den höchsten Stand seit Februar 2024. Dieser Anstieg wird unter anderem auf die Auswirkungen des Kriegs im Iran zurückgeführt.
Besonders ausgeprägt ist die Unsicherheit in der Industrie. Dort liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen bei 87,7 %. In energieintensiven Branchen fallen die Werte noch höher aus: In der Chemiebranche sind es rund 95 %, bei Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren 93,9 %. Das Institut verweist daneben auf anhaltende strukturelle Belastungen in der Industrie, die bereits seit längerer Zeit zu einer erhöhten Unsicherheit beitragen.
Auch im Dienstleistungssektor nahm die Unsicherheit spürbar zu. Der Anteil stieg von 66,6 auf 72,0 %. Besonders stark betroffen sind Transport und Logistik: Hier berichteten 88,1 % der Unternehmen von Planungsschwierigkeiten. Im Handel blieb die Unsicherheit mit 84,4 % ebenfalls auf hohem Niveau.
Unternehmen sehen derzeit mit mehreren Risikofaktoren gleichzeitig konfrontiert – darunter steigende Energiepreise, mögliche Störungen in den Lieferketten und eine insgesamt schwer kalkulierbare internationale Lage. Bereits Ende März hatte das Institut berichtet, dass der Krieg im Iran die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung zunächst gebremst habe und sich auch die Exporterwartungen verschlechtert hätten.