In der zweiten Jahreshälfte 2022 verschlechterte sich das Zahlungsverhalten in Deutschland. So kam es im B2B-Geschäft zu einer Steigerung des Zahlungsverzuges auf durchschnittlich 10,95 Tage. Der Wert liegt damit über dem des zweiten Halbjahres von 2021 (9,97 Tage). Dies geht aus einer Studie der Creditreform Wirtschaftsforschung von rund vier Millionen Rechnungsbelegen aus dem Creditreform Debitorenregister Deutschland (DRD) hervor. Damit sei der höchste Wert seit sieben Jahren erreicht. Im selben Zeitraum betrug die mittlere Forderungslaufzeit bzw. Außenstandsdauer branchenübergreifend rund 40,92 Tage und liegt damit 0,61 Tage höher als in der letzten Periode. Diese Zahl bildet laut Creditreform die Dauer zwischen dem Zeitpunkt der Leistungserbringung und dem Zahlungseingang ab. Außerdem war die Forderungslaufzeit niedriger als vor der Corona-Krise. „Viele Kreditgeber hatten ihre Zahlungsziele im Zuge der Krise gekürzt, um Ausfallrisiken zu minimieren“, heißt es seitens Creditreform.
Mehr als ein Viertel aller überfälligen Forderungen (27,8%) verursachten dabei kleinere Unternehmen. Dieser Wert ist im Vergleich zum ersten Halbjahr um 1,7% gestiegen. Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten blieben jedoch die maßgebliche Mehrheit, nahm aber dennoch ab. Zuletzt sank der Anteil der Großkunden auf 58,8%. „Der Zahlungsverzug von kleinen Firmen stieg im 2. Halbjahr 2022 auf 12,53“, während große Unternehmen eine Verspätung von 9,91 Tagen aufwiesen.