Die durchschnittliche Verzugsdauer sank auf 7,50 Tage. 2022 hatte die Überfälligkeit noch bei knapp elf Tagen gelegen. Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, führt dies auf einen stärkeren Fokus von Lieferanten und Kreditgebern auf ein strikteres Forderungsmanagement im Umfeld von Wirtschaftskrise, Insolvenzen und schwacher Auftragslage zurück.
Gleichzeitig wurden Zahlungsziele ausgeweitet: Das durchschnittliche Zahlungsziel lag im zweiten Halbjahr 2025 bei 32,13 Tagen (plus 0,91 Tage). Damit seien die Zahlungsfristen so großzügig wie seit mehr als sieben Jahren nicht. Von der Verlängerung profitierten vor allem große Unternehmenskunden; kleine und mittlere Unternehmen erhielten laut Studie meist keine längeren Fristen, teils sogar kürzere.
Die gesamte Forderungslaufzeit – Zahlungsfrist plus Überfälligkeit – blieb trotz der Veränderungen stabil und lag im zweiten Halbjahr 2025 bei 39,63 Tagen, unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Jörg Urbscheit betont, dass Leistungen im Schnitt 40 Tage und mehr vorfinanziert werden müssten, weshalb das Interesse an kürzeren Zahlungsläufen hoch sei. Eine Beschleunigung sei jedoch branchenabhängig: Längere Laufzeiten wurden u. a. bei Metall- und Elektro sowie Logistik/Transport genannt, kürzere beim Großhandel, Baugewerbe und Unternehmensdienstleistern.
Auffällig ist zudem der Rückgang der Werte verspätet bezahlter Rechnungen: Der Durchschnitt lag im zweiten Halbjahr 2025 bei 1.838 Euro (niedrigster Stand der letzten zehn Jahre), nach fast 2.200 Euro im Jahr 2022. Als Hintergrund wird ein Investitionsrückgang genannt, insbesondere in der Industrie. Auch bei großen Unternehmen (über 250 Beschäftigte) sanken die Transaktionswerte: 2.843 Euro im zweiten Halbjahr 2025 nach 3.206 Euro im Vorjahreszeitraum.