Die Global Leather Alliance (GLA) will sich als neue internationale Stimme für die Zukunft von Leder positionieren. Die in Brüssel ansässige Non-Profit-Organisation wurde am 16. September 2026 im Rahmen der Lineapelle in Mailand offiziell gegründet. Ihr erklärtes Ziel ist es, weltweit daran zu arbeiten, die Zukunft von Leder „zu schützen, zu fördern und weiterzuentwickeln“.
Ein wichtiger Baustein dieser Strategie sind regionale Arbeitsgruppen. Das erste Treffen soll im November stattfinden, Einladungen will die GLA in Kürze verschicken. Wo die Zusammenkunft stattfinden wird, hat die Organisation bislang nicht bekannt gegeben. Die regionale Verankerung sei entscheidend, um die unterschiedlichen Anforderungen der internationalen Lederwirtschaft abzubilden. „Jede Region hat ihre eigene Art, die Menschen in unserer globalen Gemeinschaft zu erreichen“, erklärte Chairman Marc Smit anlässlich der Gründung.
Die GLA reagiert mit ihrer Initiative auf die wachsenden Herausforderungen für die Lederbranche. Dazu zählt sie unter anderem eine rückläufige Nachfrage, Fehlinformationen über Leder und zunehmenden regulatorischen Druck. Viele dieser Themen seien nicht mehr allein auf nationaler Ebene zu lösen. Die Allianz will deshalb Unternehmen, Verbände und weitere Akteure stärker miteinander vernetzen und Ressourcen international bündeln.
Dabei versteht sich die GLA nicht als Konkurrenz zu bestehenden Branchenverbänden. Vielmehr will sie deren Arbeit ergänzen, regionale und internationale Initiativen zusammenführen und erfolgreiche Projekte auf eine breitere Basis stellen. Die Arbeit der Organisation beruht auf den vier Säulen „Unite, Fund, Empower, Protect“.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung gemeinsamer Aktivitäten. Mitgliedsbeiträge sollen unter anderem für Marktstudien, wissenschaftliche Projekte und Kommunikationsmaßnahmen eingesetzt werden und zugleich als Basis dienen, um zusätzliche öffentliche und private Fördermittel für die Lederbranche zu mobilisieren. Die Mitglieder sollen über Projekte und die Verwendung der Mittel mitentscheiden.
Auch die Kommunikation über Leder will die Allianz stärker wissenschaftlich fundieren. Im Fokus stehen dabei unter anderem Haltbarkeit, Langlebigkeit, Leistungsfähigkeit und Umweltaspekte des Materials. Die GLA betont, sich dabei nicht gegen synthetische Materialien positionieren zu wollen. Vielmehr gehe es darum, belastbare Informationen über Leder bereitzustellen und dessen Reputation langfristig zu stärken.
Seit dem Start in Mailand stellt Executive Director Jim Deheer die Strategie der neuen Organisation verstärkt in den nationalen Lederverbänden vor. Anfang Oktober präsentierte er die GLA bei einer Mitgliederversammlung des Verbands der Deutschen Lederindustrie (VDL) in Wuppertal. Ende Oktober soll Deheer zudem beim Branchentreffen des mexikanischen Verbandes AQTCL in León erläutern, welche Ziele die Allianz verfolgt und wie sie die dafür notwendigen finanziellen Mittel mobilisieren will.
An der Spitze der GLA steht Marc Smit, CEO des Lederchemikalienherstellers Royal Smit & Zoon, als Chairman. Vice-Chair ist Randy Johnson, President und CEO des Automobillederherstellers Pangea. Jim Deheer fungiert als Executive Director. Zu den Gründungsmitgliedern zählen unter anderem JBS Couros, Pangea, Smit & Zoon, TFL, AI Topper, Howe, ISA Nextgenmaterials und Muno.
Mit regionalen Arbeitsgruppen, gemeinsamen Forschungs- und Kommunikationsprojekten sowie einer breiteren Finanzierungsbasis will die Global Leather Alliance nun Strukturen schaffen, um die bislang stark fragmentierten Interessen der internationalen Lederwirtschaft stärker zu bündeln.