Im Jahr 2025 haben die europäischen Zollbehörden gefälschte Waren mit einem geschätzten Einzelhandelswert von rund 6,3 Mrd. Euro beschlagnahmt. Dies stellt einen neuen Höchstwert dar und übertrifft das bisherige Rekordjahr 2024 (knapp 3,9 Mrd. Euro) deutlich. Bei Beschlagnahmungen an den EU-Außengrenzen entfielen knapp 22 % des geschätzten Wertes auf Deutschland, womit die Bundesrepublik hinter Spanien (rund 50 %) auf Platz zwei liegt. Zu den am häufigsten sichergestellten Warengruppen gehörten Kleidung, Datenträger, Spielzeug und Zigaretten. Hauptherkunftsländer waren China mit über 40 % sowie die Türkei mit knapp 18 %.
Die Beschlagnahmezahlen lassen keinen direkten Rückschluss auf das tatsächliche Handelsvolumen zu, da sie sowohl eine höhere Aktivität der Fälscher als auch intensivere Kontrollen widerspiegeln können. Laut einer Studie des Europäischen Amts für geistiges Eigentum (EUIPO) gaben rund 34 % der Befragten an, im Laufe ihres Lebens bereits wissentlich ein gefälschtes Produkt gekauft zu haben.
Als wesentliche Herausforderungen für die Behörden nennt das EUIPO begrenzte Kontrollkapazitäten und den zunehmenden Onlinehandel mit Versand über Express- und Postdienste. Zur Bekämpfung der Produktpiraterie verweist die Behörde auf die Notwendigkeit moderner Technologien, vorausschauender Maßnahmen und eines verbesserten Informationsaustauschs.