Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Alexander Jüchser bestellt. Für Bama ist es die zweite Insolvenz in kurzer Zeit: Im November 2022 hatte das Unternehmen erstmals einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Der jetzige vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Jüchser fungierte seinerzeit als Sachwalter des Verfahrens. Als Gründe für den Antrag wurden damals unter anderem erhebliche Umsatzrückgänge in Folge der Corona-Pandemie angegeben.
Im Sommer 2023 gab das Unternehmen bekannt, nach erfolgreichem Restrukturierungsprozess einen neuen Investor gefunden zu haben: die Hamburger Beteiligungsgesellschaft MKCP. Sie ist spezialisiert auf Beteiligungen in Sondersituationen. MKCP übernahm im Rahmen einer Kapitalerhöhung alle Gesellschaftsanteile an Bama einschließlich der Markenrechte, des Produktportfolios und der Mitarbeitenden. MKCP plane, die Marke weiterzuentwickeln und auf Wachstumskurs zu bringen, hieß es seinerzeit. Ein großer Teil des Unternehmens wurde nach der Übernahme vom Unternehmenssitz Mosbach ins polnische Gorzów verlegt, wo sich bereits seit 1993 die Bama-Produktionsstätte befindet. Während am Standort in Mosbach nur noch administrative Posten und der Vertrieb verblieben, wurden die produktnahen Geschäftsbereiche näher an die Produktion verlegt. Insgesamt arbeiten rund 20 Menschen in Mosbach und rund 150 Menschen in Gorzów für Bama.
Im Dezember 2023 erklärte Bama-Geschäftsführer Dr. Stefan Rassau, man habe die Krise überwunden und sei wieder stabil. Michael Krieger, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von MKCP, erläuterte gegenüber schuhkurier, er sehe das Investment als langfristiges Engagement. Seine Gesellschaft sei bei dem Furniturenhersteller eingestiegen, auch wenn der Schuhmarkt derzeit wenig attraktiv für Investoren erscheine.
Nun ist erneut ein Insolvenzantrag gestellt worden. Auf schuhkurier-Anfrage erklärt Stefan Rassau dazu, die marktseitigen Herausforderungen seien nicht kleiner geworden, das Unternehmen habe möglicherweise nicht schnell genug restrukturiert. Zugleich habe man aber produktseitig und im Hinblick auf digitale Themen wichtige Schritte gemacht.