Trotz Schieflage investiert
Strategisch ist der Einstieg der MKCP bei Bama langfristig angelegt. „Wir sind kein Fond, wir investieren nicht mit dem Gedanken, nach ein paar Jahren verkaufen zu müssen“, erklärt Michael Krieger, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von der MKCP. Die Gesellschaft sei auf „Sondersituationen“ wie Insolvenzen spezialisiert, helfe bei der Sanierung und profitiere dann mit davon, wenn das Unternehmen erfolgreich am Markt besteht. „Uns geht es gut, wenn es den Unternehmen gut geht. Und dann haben wir auch keinen Grund zu verkaufen.“ Die Gesellschaft habe investiert, auch wenn der Schuhmarkt zurzeit wenig attraktiv für Investoren erscheint. „Viele schauen auf den Markt, wir schauen eher auf das Unternehmen selbst, wie es aufgestellt ist und ob es Existenzberechtigung hat.“ Bama sei mit seiner Innovationskraft ein wichtiger Teil des Marktes und dadurch in der Lage, sich von den Problemen wie Pandemie und Konsumzurückhaltung zu erholen.
Um das beizubehalten, sollten auch trotz der finanziellen Probleme die strategischen Investitionen weiter betrieben werden. Als Vorreiter im Markt sieht sich Bama im Gebiet der Digitalisierung. Der Hersteller sei an alle wichtigen Verkaufsplattformen angebunden und verdiene überall Geld. Für die Mitarbeitenden auf der Fläche in den Schuhläden wurde in das digitale Schulungsprogramm Myagi investiert. Dieses dabei helfen, zu lernen, wie Bama-Produkte verkauft werden können.
Außerdem wurde das Markenportfolio mit vier klaren Segmenten Bama (hochwertiges Segment), Bama Essentials (Preis-Leistungs-Segment), Bama Magic Elements (Sneaker-Segment) und Tana (Discounter-Segment) neu angeordnet. Zusammen mit guten Abverkäufen in den letzten Monaten ist man deswegen bei Bama hoffnungsvoll. „Der Sommer war zwar sehr lang, aber so ein starker Winter ist für unsere Kategorie natürlich sehr gut. Wir merken, dass der Markt zurückkommt. Er wird aber kleiner bleiben als vor der Pandemie“, bewertet der Bama-Geschäftsführer Dr. Stefan Rassau.