Das Kaufhaus hat am 27. Oktober beim Wirtschaftsgericht in Lyon die Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens (redressement judiciaire) beantragt. Wie die Geschäftsführung in einer von der Nachrichtenagentur AFP verbreiteten Mitteilung erklärte, soll der Schritt die geplante Neuausrichtung absichern und den Geschäftsbetrieb sowie die Arbeitsplätze erhalten. Das 1856 gegründete Kaufhaus beschäftigt nach Angaben aus September rund 700 Menschen und soll weiterhin geöffnet bleiben.
Hintergrund sind finanzielle Schwierigkeiten und ein Streit mit dem Immobilieneigentümer Brookfield. Laut der offiziellen Mitteilung des Kaufhauses seien vertraglich vereinbarte Entschädigungszahlungen für die Rückgabe von mehr als der Hälfte der bisherigen Flächen bislang nicht geleistet worden. Diese Mittel seien für Investitionen in die Neuausrichtung vorgesehen gewesen.
Brookfield weist die Vorwürfe zurück. In einer gegenüber AFP abgegebenen Stellungnahme erklärte der Immobilieninvestor, dass die vertraglichen Voraussetzungen für eine Auszahlung bislang nicht erfüllt seien. Insbesondere müssten die zurückzugebenden Flächen zunächst vertragsgemäß hergerichtet werden.
Im Juni 2026 war der Geschäftsbetrieb des BHV Marais von der Société des Grands Magasins (SGM) an eine Gruppe bisheriger Führungskräfte um Karl-Stéphane Cottendin übergegangen. Die neue Geschäftsführung plant unter anderem eine stärkere Ausrichtung auf Wohnen und Lifestyle.
Ob das beantragte Sanierungsverfahren eröffnet wird, muss das zuständige Gericht entscheiden. Eine Schließung des Kaufhauses wurde bislang nicht angekündigt.