Der Verband verweist darauf, sich gemeinsam mit dem HDE und weiteren Verbänden frühzeitig in den Prozess eingebracht zu haben. Ab April 2028 sollen Hersteller im Rahmen der EPR eine Gebühr entrichten, um Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und Recycling von Alttextilien und Altschuhen zu finanzieren. Positiv bewertet der BTE insbesondere, dass das System wettbewerblich organisiert werden soll und eine Einbindung der betroffenen Akteure vorgesehen ist, etwa über eine Kommission für Alttextilien sowie eine Gemeinsame Stelle.
Zugleich sieht der Verband an mehreren Stellen weiteren Konkretisierungsbedarf. „Die Eckpunkte setzen erste Impulse. Jetzt geht es darum, die vorgesehenen Regeln so auszugestalten, dass sie in der Praxis tragfähig, bürokratiearm und für alle Marktakteure fair umsetzbar sind“, betonen Gudrun Höck und Marika Hanschke, Referentinnen für Kreislaufwirtschaft beim BTE. Dabei komme es vor allem auf eine transparente und verhältnismäßige Gebührenstruktur an. Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage im Modehandel müssten zusätzliche finanzielle Belastungen auf ein notwendiges Mindestmaß begrenzt bleiben.
Kritisch sieht der BTE zudem, dass zentrale Zuständigkeiten bislang nicht eindeutig geregelt seien. Nach Angaben des Verbands fehle eine klare Zuordnung bei Registrierung, Genehmigung und Systemaufsicht durch eine zuständige Behörde. Ebenso fordert der BTE einen wirksamen Vollzug von Ordnungswidrigkeiten, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer zu sichern.
Ein weiterer Punkt betrifft die Rolle von Schuhen im künftigen EPR-System: Zwar seien Schuhe vom Anwendungsbereich erfasst, bislang aber nicht gesondert berücksichtigt. Der BTE plädiert deshalb für eine eigene fachliche Behandlung der material- und verwertungsspezifischen Besonderheiten, etwa über eine separate Kommission für Altschuhe.
Der politischen Prozess solle weiterhin eng begleitet und die Perspektive des Handels eingebracht werden. Ziel bleibe ein EPR-System, das ökologische Ziele unterstütze und zugleich die Besonderheiten textiler und schuhspezifischer Materialströme angemessen abbilde.