Die ersten beiden Tage der GDS, die zum letzten Mal ihre Tore geöffnet hat, waren zwar von geringer Frequenz, aber nicht von Unzufriedenheit geprägt. Begleitet wurden die Fachgespräche von Fragen zur Zukunft der Messelandschaft. Was sagen Vertreter der Schuhindustrie? Was will der Schuhhandel? Eine Bestandsaufnahme.
08.02.2017
Petra Salewski
2 Minuten
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Am ersten Messetag hatte Ulrike Kähler, Igedo Company, das neue Konzept der Gallery Shoes vorgestellt. Seitdem wird intensiv diskutiert, wie diese Pläne in der Realität funktionieren können. Die größte Sorge, die aus den Gesprächen zwischen Schuhhandel und Schuhindustrie hervorklingt, ist die nach der bespielbaren Fläche in der neuen Messelocation, dem Areal Böhler. „Wenn dort 11.500 qm plus eventuell eine weitere Leichtbauhalle mit 2.000 qm zur Verfügung stehen – wie soll man dort ein repräsentatives Bild der Branche abbilden?“, das ist eine Frage, die in den Messehallen häufig zu hören war. Auch gab es eine gewisse Sorge hinsichtlich der Standgrößen. „Maximal 150 qm – das muss reichen für die Präsentation von Schuhen und die Order; da sehen wir ein Problem“, so ein Statement. Während sich einige Unternehmen bereits sehr interessiert zeigen und eine Teilnahme an der Gallery Shoes schon jetzt intern beschlossen haben, wollen andere noch abwarten und sich erst Details zum neuen Konzept und zum Preisaufbau präsentieren lassen – und dann in Ruhe entscheiden.
Für Diskussionsstoff sorgte auch die Ankündigung der Igedo Company, Marken des gehobenen bis mittleren Segments zu bevorzugen und ebenso junge wie traditionelle Brands. „Wer entspricht diesen Kriterien und wer nicht? Wie werden die Aussteller thematisch zusammengefasst, so dass es sinnvoll für die Besucher ist?“ – auch das eine häufig gestellte Frage. Viele Händler reagieren auf die Pläne für die neue Schuhmesse eher verhalten. „Ich finde es schade, dass uns die Branchenplattform in Zukunft fehlen wird“, sagte Martina Petry, Schuhhändlerin aus Bremen. Andere Statements zielten auf die ohnehin eng gepackte Orderrunde im Sommer ab: „Der neue Termin ist zu spät. Es gibt schon mehrere Orderplattformen innerhalb weniger Wochen. Wir brauchen keine weitere.“ Dass die Kinderschuhhersteller in der Gallery Shoes keine Plattform finden werden, steht allgemein außer Zweifel. „Wir müssen uns die Möglichkeiten ansehen, die wir nun haben, und sorgfältig abwägen, was die richtige Messe für unser Segment sein könnte“, so Jan-Dirk Wittrock von Ecco. Im Gespräch ist bei Kinderschuhherstellern offenbar unter anderem die Playtime in Berlin. Unklarheit besteht für Anbieter, die dem Komfortschuhsegment zuzuordnen sind. Auch sie fürchten, im neuen Konzept keine Rolle mehr zu spielen. Auch hier finden offenbar Gedankenspiele hinsichtlich einer zukünftigen Plattform statt. Annette Wrobel, die den Schuhhersteller Vital vertritt, brachte ihre Sorge auf Facebook zum Ausdruck: „Was wird aus dem Komfortbereich? Erst hat man die GDS tot geredet und jetzt fragt sich jeder: "Was machen wir jetzt?“Ausführliche Stimmen und Meinungen lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 6